Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

noch immer aufgespart und beschloß nunmehr mich auf Geldopera-tionen zu legen und einige Dividenden an einem Würfelbrett, einerPharaobank und einer Quinotascl ^ einzukaufen. Auch verwen-deten Jack und ich ein Kapital von drei Thalern zur Etablirungeines Kramladens, worin geräucherte Häringe, Pfeifen, Taback,Cigarren, Sprofsenbier und hie und da auch etwas Jamaikarum ver-kauft wurde, wenn sich nämlich Gelegenheit zum Einschmuggclndesselben darbot.

Die Zahl der Gefangenen wuchs unterdessen »üt jedem Tag,bis das Gefängniß zuletzt ganz überfüllt war und ein Theil davonnach England abgeschickt wurde. Von der Mannschaft der Juliakam übrigens nur einer fort, während alle übrigen auf der InselMelville beisammen blieben, ohne daß ich mir einen Grund hiefüranzugeben wußte.

Ich kann nicht eben sagen, daß wir unser Geld schnell undleicht verdient hätten; von jedem Schilling, der im Würfeln ge-wonnen wurde, erhielten wir einen Groschen; der gleiche Antheiltraf uns bei'm vinxt-et-un, wie bei den übrigen Spielen und erstals neue Karten ankamen, sahen wir unfern Gewinn etwas höhersteigen. Dieß Alles war sehr Unrecht, wie ich jetzt wohl weiß;allein damals machte ich mir darüber sehr wenig Unruhe; jetztwürde ich mich freilich nicht mehr zu solchen Dingen hcrgebcn,selbst wenn ich abermals eine Flucht von der Melville Insel da-durch bewerkstelligen könnte; aber der Mensch kann niemals wissen,wie weit das Unglück ihn zu treiben vermag.

Einer von den amerikanischen Gefangenen ein Soldat soll'Sgewesen seyn begann gar spanische Thaler nachzuprägen, unddie meisten von uns waren ihm behülflich, sie in Umlauf zu setzen,wie ich zu meiner Schande gestehen muß. Wir hielten es fürkein Unrecht, die Leute in den Schenkbuden zu betrügen, da wirwußten, daß auch sic uns auf jede Art zu prellen suchten. So* Ned meint wahrscheinlich ein Loltospicl. D. u.