136
bemächtigen; einige Kaperoffiziere standen an der Spitze des Kom-plotts, welches unter anderen auch mir gleich Anfangs mitgetheiltwurde. Die meisten Gefangenen wußten um den Plan und jederschien sich mit dem besten Willen bei der Sache zu betheiligcn.
Unsere Absicht ging dahin, am Schluß der zweiten Hundswacheloszuschlagen, die Bemannung zu überfallen und das Schiff nachunserer eigenen Küste zu führen; sollte es uns nicht gelingen, dieBlokadegeschwader zu durchbrechen, so wollten wir unsere Priseauf den Strand laufen lassen. Die Mannschaft des RamilieS waruns zwar an Zahl fast um die Hälfte überlegen und überdieß mitWaffen versehen; wir rechneten aber auf die Wirkung einer Neber-raschung und einigermaßen auch auf die Stimmung der englischenMatrosen, welche in der Regel froh wären, wenn sie sich nur ihremeigenen Dienste entziehen konnten. Wäre der Plan zur Ausführunggekommen, so glaube ich nach dem, was ich unter der Mannschaftbeobachtete, daß wir es hauptsächlich nur mit den Offizieren undden Marinesoldaten zu thun gehabt hätten.
Die Berrätherei eines der Komplottirer ließ übrigens die Ver-schwörung nicht zum Ausbruch kommen; wir wurden Plötzlich indie Kabelbacks und unter die Waffersäffer gesteckt, wo wir von denauf den Flügeln postirten Schildwachen auf's schärfste beobachtetwurden; später durften wir nur einzeln je unter Begleitung einerSchildwache auf's Verdeck heraufkommen. Als Sir Thomas unsdiese Aenderung in seiner Behandlungsweise ankündigte, schalt eruns nicht einmal wegen unseres Vorhabens, sondern sprach mildund vernünftig mit uns und stellte uns die Nothwendigkeit dessenvor, was er gethan hatte. Ich glaube bestimmt, daß er, wennwir das Schiff erobert hätten, gleichwohl nicht die mindeste Kränkungerfahren haben würde, denn alle unsere Leute priesen ihn wegender Behandlung, welche er uns, so lange wir unter seinen Befehlenstanden, zu Theil werden ließ.
Ehe wir in den Kielraum hinabgeschickt wurden, sprach Sir