Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

50

verstopfte so oft unsere Pumpen, daß wir nur wenig von dem ein-gedrungenen Wasser hinanSznschaffen vermochten.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, um welche Stunde eSwar, als uns Kapitän Johnston in jener furchtbaren NachtauS-zugucken" undanzuhalen" befahl. Der Sterling wurde beige-drcht und zu allem Glück in einem sehr günstigen Augenblick, sodaß wir nunmehr weit leichtere Arbeit auf dem Verdecke hatten,da das Schiff auch in seinem lecken Zustande noch immer gut bei-zulegcn vermochte. Das Kreuzstagsegel wurde nun auögesetzt, damitdas Schiff nicht so leicht in die Wellenschluchten hinabsinke» möchte.

Der Wind heulte immer noch so heftig wie zuvor; ein Segelnach dem andern wurde los, so daß wir nur mit größter Mühe dieLeinwand an den Raaen festhalten konnte». Ei» heftiges Schlingern und die Vorstenge war entzwei; ihr folgte bald die große, sammtder Kreuzbramstenge meiner Ansicht nach eine Folge des Em-bargo's, da die Takelage durch das lange Trockenliegen des SchiffsSchaden gelitten habe» mußte.

Die ganze Nacht waren wir damit beschäftigt, das Wrack klarzu machen; der Sturm äußerte sich in seiner Wirkung beinahe wieein harter Körper, denn nach der Aussage derer, welche das Beilhandhabten, fühlten sie ihr Instrument öfter so heftig in der Han»umgedreht, daß sie statt mit der Schneide jedesmal mit dem Rückendreinschlagen mußte».

Wir verlebten eine furchtbare Nacht an den Pumpen, indemwir mit Leibeskräften für das Schiff zu sorgen bemüht waren.Am nächsten Morgen ließ der Sturm ein wenig nach; der Sterlingwurde vor den Wind gebracht, da dieser in der günstigsten Richtungwehte. Segel konnten wir nur wenig führen; doch wurden stattder Stengen wenigstens Bramstengen aufgesetzt, sobald der Zustandder See uns dies erlaubte.

Ilm vier Uhr etwa kam mir das Land zu Gesicht und ichmachte alsbald den Steuermann darauf aufmerksam. Es war Kap