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17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
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behandelt. Unsere Fracht bestand im unteren Kielraum aus Weizen,auf dem Zwischendeck aus Mehl und auf dem oberen Deck ausBaumwolle, so daß das Schiff sehr tief im Wasser ging: die Be-mannung schien gut, aber unsere beiden Steuermänner waren Aus-länder.

Unsere Fahrt ging trefflich von Statten, bis wir uns der eng-lischen Küste näherten, wo wir von einem heftigen Sturme ausSüdwest und Westen überfallen wurden: mit dicht gerefftem MarS-und Focksegel schoß unser Schiff, verfolgt von den nachstürzendenWogen, vor dem Winde daher.

Die Nacht war eben eingebrochen, als ein gewisser Preuße,Namens Heinrich, nach dem Abendessen auf's Deck heraufkam, umseinen Kameraden an der Ruderpinne abzulösen; während er sichnach dem Hinterdeck wandte, gerieth er in ein Schlingern^, bis erzuerst gegen das Langboot und von da gegen unsere Voischote vonspanischem Gras vor Anker zu liegen kam. Dieses Tau, das seitunserer Londoner Fahrt bei uns sehr beliebt geworden, war alsLaufstag über die Ladung des Oberdecks gespannt und riß nun beiseinem zerfanlten Zustande entzwei, als der Preuße darauf trat, sodaß dieser in die See hinabstürzte. Mir konnten nicht weiter thun,als ihm den ziemlich breiten Bagdeckel zuzuwerfen: da aber dasSchiff von den schäumenden Wogen fortgeriffen wurde, so blieb derarme Teufel mitten in dem zischenden Elemente seinem Schicksaleüberlassen. Einige von unfern Leuten meinten den unglücklichenHeinrich ans dem Bagdeckel zu sehen; dies konnte ihm aber in diesemWellengelose nur wenig helfen, da man ebensowenig das Schiff bei-zudrehen, als ein Boot anSzusetzen wagen durfte.

Dies war der erste Mensch, den ich auf der See ertrinken sah,und trotz der.Heftigkeit des Sturmes und der Gefahr, in welchersich das Schiff selbst befand, ging uns allen der Verlust des trefflichen

» D. I). er stolperte. D. U.

** DaS Dach über dem CompaßhäuScheii. D. U.