Jungen ein Feuer anzündeten und ihr Pech abkochten. Kaum warensie damit fertig, als wir die Bemerkung machten, daß die Brandungsehr hoch ging und äußerst stürmisch aussah. Für solche Fällelautete unser Befehl immer: „rasch und ohne zu warten abgestoßcn",denn ei» Aufschub macht die Sachen iu der Regel nur noch schlim-mer. Wir stiegen also ins Boot und stießen vom Land.
Ein paar Minuten lang ging Alles gut; plötzlich aber wurde»die Buge unserer Jolle von einer der Deiningen erfaßt und umgedreht,so daß das Boot mit einem Mal den Kiel gen Himmel streckte.Wie man bei solchen Gelegenheiten aus der Patsche kömmt, dasweiß wohl Keiner anzugeben — genug, wir erreichten das Land,das Unterste zu oberst, Kessel, Ruder, Boot und Mannschaft, Allesunter einander. Der Kessel und ein paar nagelneue Schuhe, diemir gehörten, blieben verloren, worauf wir unfern Versuch von Neuem— und genau mit demselben Erfolge begannen. Erst beim drittenMale brachten wir das Boot durch die Brandung und gelangtenendlich glücklich zu unserem Schiffe.
Solche Scenen gerade sind cs, welche junge Bursche abhärtcnund ihnen den rechten Geschmack an Gefahren beibringen. Ichkonnte keine Armslänge weit schwimmen und wäre ohne Gnade er-trunken, wenn nicht das Meer ein Leben, das jedem Andern außermir so werthlos war, verschmäht und mich an'S Land geworfen hätte.
Nach einem mehrwöchcntlichen Aufenthalte zu Almena machtesich unser Schiff wieder aus den Rückweg nach England. Wir hat-ten längere Zeit frischen Westwind und wurden zwischen Europaund Afrika hin und hergeworfen, bis sich endlich aus Osten einestarke Brise erhob, welche uns mit furchtbarer Schnelligkeit in denatlantischen Ocean Hinaustrieb. In der Meerenge von Gibraltarkamen wir an einem Geschwader portugiesischer Fregatten vorüber,das gegen die algierischen Korsaren kreuzen wollte. Diese Flottehatte sich'S zur Regel gemacht, unter den Felsen von Gibraltarso lange liegen zu bleiben, bis der Ostwind heftig genug war, umSied Myrrs. 3