Erstes Kapitel.
Indem ich mich dazu verstehe, die Erfahrungen eines gemeinenSeemanns und argen Sünders — leider muß ich dieß beifügen,denn unser Beruf ist nur allzu geeignet, den Menschen hiezu zu «,
stempeln —^ssor Augen zu legen, lebt in mir das zuversichtlicheBewußtseyn, daß kein Gefühl von Eitelkeit einen ungebührlichenEinfluß dabei ausübt. Ich liebe die See und es macht mir Ver-gnügen, mich von dieser meiner alten Bekannten, von den Auftrit-tcn, die ich in verschiedenen Theilen der Welt erlebt, von den Ge-fahre», die ich auf ihrem Wellenspiegel bestanden, mit Anderen zuunterhalten. Einer meiner ehmaligen Schiffsgenofsen hat sich gegenmich erboten, die Thatsachen, welche ich ihm mittheilen würde, indie geeignete Form einzuleiten, und da ich der Ansicht bin, daßmeine Erzählung für manche unter meinen Kameraden, welche dem-selben Berufe folgen, dem ich so viele Jahre obgelegcn — von Nutzensehn dürfte, so vermag ich in dem Entschlüsse, den ich hier ausführe,nichts Schlimmes zu entdecken, möchte mich vielmehr in aller Demuthdem Glauben überlassen, daß er den Samen zu manchen gutenFrüchte» enthalten könnte. Gott gebe, daß die Schilderung, welcheich von meiner früheren Entartung und meinen vielfältigen Fehl-tritten zu entwerfen mich veranlaßt fühlen werde, gerade durch ihrenKontrast mit meinem jetzigen Glück und meinen Hoffnungen wenig-stens einige meiner Leser bestimmen möge, die ausschweifende LebenS-Ncd MverS. 1