Druckschrift 
17 (1845) Ned Myers : aus dem Leben eines Vorkastellmatrosen
Entstehung
Seite
VII
Einzelbild herunterladen
 

VI l

als der Herausgeber ihn zuerst kennen lernte, gingen seine Kenntnisse wesent-lich über die des gewöhnlichen Schlags seiner BerufSgenoßen hinaus: manerkannte deutlich die Spuren eines Umgangs mit Männern, die in ihrergesellschaftlichen Stellung, wenn sie auch nicht wirkliche Gentlemen waren,doch nahezu eben so hoch geachtet werden durften. Mit einem Wort, derUmfang von NcdS Wißen im Allgemeinen war ei» solcher, daß man am Bordeines Schiffs füglich auf ihn aufmerksani werden konnte. Vergeudete er auchoffenkundig einen großen Thcil seines später» Lebens, so gab es doch Abschnittedarin, die für seine Bildung nicht verloren gingen, so daß Ned seiner Zeitals ein Mann von glücklicher Auffassungsgabe, ziemlich umfangreichen Kennt-nissen und vor allem von höchst eigenthümlichem Urtheile gelten durfte. Nehmenwir dazu die gesunden, scharf ausgeprägten sittlichen Grundsätze, die jetzt inseinen Reden wie in seinem Thun gleicherweise sichtbar sind, so wird ihmNiemand das Recht, seine Sache selbst zu führen, absprechcn wollen: einzigdie Ungewohntheit, seine Gedanken schriftlich auszudrücken, wird einige Nach-sicht verdienen.

So hat sich denn der Herausgeber bestrebt, der Ausdrucksweise seinesSchützlings überall so nahe als immer möglich zu bleiben, und gar oft mußteer sich überzeugen, wie wenig der Sache mit einer kunstvollen Nachhilfe ge-dient gewesen sehn würde.

Die Frage über den eigentlichen Stand des Mannes, von dem Ned alseinem seiner Pathen spricht, wird ohne Zweifel mancherlei Bedenken er-wecken : der Herausgeber hat hierüber nur die Bemerkung, daß MherS' Berichtin dem vorliegenden Büchlein !m Wesentlichen ganz derselbe ist, den ihm Nedvor nahezu vierzig Jahren gab, in einem Alter und unter Verhältnissen, diejeden Gedanken an eine absichtliche Täuschung verbieten. Zudem wird dieErzählung von seiner Schwester, dem ältesten der beiden Kinder, bekräftigt;ihr blieb, gleich Ned selber, eine bestimmte Erinnerung von dem Fürsten.Der Herausgeber vermuthct, daß die beiden Waisen nicht in einer gesetz-mäßigen Ehe geboren wurden, ohne gleichwohl unmittelbare Beweise dafürin Händen zu haben, und im klebrigen liegt durchaus nichts Ungewöhnlichesdarin, wenn ein Großer vom höchsten Range, den des Regenten natürlichausgenommen zu Gunsten des Kindes eines Untergebenen am Taufsteinerscheint. In der That wird z. B. selbst ein Glied der Königlichen Familieeine solche Gunst eher Dem erweisen, von welchem cs nach Geburt wie Rang