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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Luis eine Neigung für die Prinzessin fühle, die ihn am Ende nochzu dem Glücke jener wechselseitigen Liebe führen könnte, ohnewelche die Ehe zum Fluche statt zum Segen werden müßte, sowürde ich die Letzte scpn, die etwas dagegen einzuwcnden hätte.Ja, ich würde sogar Eure Hoheit auf meinen Knicen um EureEinwilligung bitten; denn wer wahrhaft liebt, kann nur das Glückdes Gegenstandes seiner Liebe wünschen. Ich bin aber fest über-zeugt, daß der Graf nicht die zu einem solchen Ende nöthigenGefühle für die Dame Ozema hegt. Und würde es nicht eineEntweihung sehn, Sennora, das Sacrament der Kirche unterGelübden hinzunehmen, die nicht nur nicht in dem Herzen wurzeln,sondern gegen die es sogar ankämpft?"

Herrliches Mädchen, dieß sind genau meine eigenen Ansichtenund in derselben Weise habe ich auch der Marquise geantwortet.Man darf mit den Gnadenmittcln der Kirche kein Spiel treiben,und wir sind verpflichtet, uns den Leiden zu unterwerfen, welcheim Grunde doch nur zu unserem ewigen Wohle über uns ver-hängt sind, so schwer sic auch auf unseren Herzen lasten mögen.Es bleibt uns daher nur noch übrig, hinsichtlich dieser GrilleOzcma'S einen Entschluß zu fassen, und uns darüber auszusprechen,ob Du Dich trauen lasse» willst, damit ihr die Wohlthat der hei-ligen Taufe nicht entstehe."

Ungeachtet der Innigkeit, womit unsere Heldin Luis liebte,bedurfte eS doch eines kräftigen Kampfes gegen die Macht derGewohnheit und des Anstandsgefühles, um diesen Schritt so plötz-lich und mit so wenig Vorbereitung zu begehen. Die Wünscheder Königin trugen jedoch den Sieg davon, denn Jsabella fühlteeine schwere Verantwortlichkeit auf ihrer Seele lasten, wenn sie dieFremde hinschcwen ließ, ohne daß sie zuvor in den SchooS der Kircheausgenommen würde. Als Mercedes eingewilligt hatte, schickteJsabella einen Boten an die Marquise; dann knieete sie mit ihrerGefährtin nieder und brachte mit ihr gemeinschaftlich eine Stund«