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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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sterben zu müssen in der Blüthe der Schönheit und mit einemHerze», gebrochen unter der Last unerwiederter Liebe!"

Und doch, Mercedes, wird der Hingang ein segenvoller sepn,wenn nach dem Schlüsse der irdischen Scene sich dem erwachendenAuge der Himmel anfthut, so daß man statt der Klage ssch eherfreuen sollte. Ein so junges und »»schuldiges Wesen, dessen reinerGeist sich so offen vor uns entfaltete, und dem nichts als dieFrucht des religiösen Unterrichts mangelte, kann um ihrer persön-lichen Jrrthümer willen wenig zu befürchten haben. Alles, wassic bedarf, besteht darin, daß man sie in den Bund der göttlichenGnade aufnimmt und ihr das Sacrament der heiligen Taufe zuTheil werden läßt. Gewiß! kein Bischof der Kirche könnte dannmit schöneren Hoffnungen für seine Zukunft vom Leben scheiden."

Wie ich vernehme, Sennora, ist der Herr Erzbischof imBegriff, diesen heiligen Dienst an ihr zu verrichten."

Dieß hängt gewissermaßen von Dir ab, meine Tochter.Höre und übereile Dich nicht in Deiner Entschließung, da es sichdabei um das ewige Wohl einer Mcnschenseele handelt."

Die Königin theilte nun Mercedes das romantische GesuchOzema'S mit, indem sie eS ihrer Zuhörern, in so sanften und ge-winnenden Ausdrücken vorlegte, daß eS sogar weniger Ueberraschungund Unruhe hervorbrachte, als sie erwartet hatte.

Donna Beatriz trug sich mit einem Plane : der vielleicht imAnfang annehmlich erscheinen mochte, den aber eine reifliche Er-wägung nicht billigen kann. Ihre Absicht war, de» Grafen wirk-lich mit Ozema zu vermählen," Mercedes bebte erblassendzurückum die letzten Stunden der jungen Fremden durch dasBcwußtseyn zu verschönern, daß sie die Gattin des Mannes sey,den sie anbetete. Mir scheint eS jedoch, eS ließen sich ernste Ein-wendungen gegen dieses Ansinnen machen. Mas ist Deine An-sicht, Tochter?"

Sennora, wenn ich noch wie früher glauben könnte, daß