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Christen geltenden Gebräuchen sage» wird; wäre es anders, sokönnte ich jetzt aus Dich als Gattin Anspruch machen, da Du dieErste warst, welche es mir gab."
„Ach, Luis, als ich Dir dieses Kreuz gab, wünschte ich, Dumöchtest^ es als ein Unterpfand meiner ewigen Treue gegen Dichbetrachten."
„Und was wolltest Du mir damit sagen, als Du eS mir voretwa einer Woche wieder zurücksandtest?"
„Ich sandte cS Dir, Luis, in einem Angenblicke wiederauf-lebender Hoffnung und auf Befehl der Königin. Ihre Hoheit istjetzt Deine warme Freundin und mochte uns gerne verbunden sehen,wenn nicht die traurige Lage Ozema'S wäre, der man Alles aus-einander gesetzt hat — Alles, mit Ausnahme der wahren Beschaffen-heit Deiner Gefühle gegen uns Beide, wie ich fürchte."
„Grausames Mädchen! — Soll ich denn nimmer Glaubenfinden? —- Weide ich nie wieder glücklich scyn? Ich schwöre Dir,theuerste Mercedes, daß Du allein in meinem Herzen herrschest —daß ich mit Dir in einer Hütte zufrieden leben könnte und daßich ohne Dich selbst auf einem Throne höchst elend wäre. Duwirst dies vielleicht glauben, wenn Du mich auf der Erde umher-irren stehst, unglücklich, ohne Hoffnungen, ohne Zweck und vielleichtauch rücksichtslos für meinen Nus; denn Du nur kannst mich zurem machen und in dem erhalten, was ich als Mann scyn sollte.Bedenke, Mercedes, welchen Einfluß Du auf mein Temperamentund meine Leidenschaften üben könntest — üben müßtest — undüben würdest. Ich habe Dich lange als meinen Schutzengel be-trachtet, der mich ganz nach seinem Willen formen und mich leitenkönnte, während alles Andere fehlschlagen würde. Bin ich bei Dirnicht immer sanft und lenksam — die Ungeduld ausgenommen, dieDeine Zweifel erzeugen? Hat Donna Beatriz je den zehnten TheilDeiner Macht über mich geübt, und ist es Dir je mißglückt, michselbst in meinen wildesten und ungestümsten Launen zu bändigen?"