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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
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auf und schritt einige Minuten im Gemache auf und ab, als wünscheer den Sturm seines Innern durch eine physische Anstrengungniederzukämpsen. AIS er die gehörige Fassung gewonnen hatte,kehrte er zu seinem Sitze zurück, ergriff Mercedes' nicht wider-strebende Hand und cntgegnete Folgendes auf ihren außerordent-lichen Vorschlag:

Das Wachen an dem Krankenlager Deiner Freundin und dasallzuviele Brüten über diesen Gegenstand hat Deine NrthcilSkraftgeschwächt, meine Thenre. Ozema wohnt nicht in der Weise, wieDu glaubst, in meinem Herzen hatte nie eine vorüberge-hende und unstete Neigung ausgenommen"

Ach, Luis, diese vorübergehenden und unsteten Neigungen!

Nie hat eine solche" fie drückte beide Hände an ihr Herz

hier Platz gefunden!"

Deine Erziehung, Mercedes, Deine Sitten und Dein ganzesWesen können unmöglich dieselben seyn, wie die »reinigen, da ihnenbei mir ein rauher Stoff zu Grunde liegt; denn wäre es so, sokönnte ich Dich nicht verehren, wie ich Dich verehre. Sogar wennDu nicht lebtest, könnte mich eine Verbindung mit Ozema nichtglücklich machen da Du aber lebst und der hcißersehnte Gegen-stand meiner Liebe bist, so würde diese Vermählung ein Unglück aufmich häufen, dem selbst meine kräftige Natur nicht gewachsen wäre.Ich kann nie in keinem Falle der Gatte der Indianerin scyn."

Obgleich ein Strahl von Wonne einen Augenblick Mercedes'Antlitz beleuchtete, so unterdrückten ihre edeln Grundsätze und reinenAbsichten schnell wieder jenen vorübergehenden und unfreiwilligenTriumph, indem sie sogar mit dem Ausdrucke des Tadels xrwiederte:

Ist dieß gerecht gegen Ozema? Haben nicht jene vorüber-gehenden und unsteten Neigungen ihren einfachen Sinn getäuscht?und verlangt nicht die Ehre, daß Deine Handlungen den Hoffnun-gen entsprechen, zn welchen Du wenigstens durch Dein BenehmenAnlaß gabst?"