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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Dieß ist so befremdend, Mercedes so grausam so un-klug und so unbillig, daß ich meinen Ohren nicht trauen kann."

»Ich sagte, daß ich Dich nicht tadeln wolle. Die Schönheitund Offenheit Ozcma'S find mehr als hinreichend, Dich zu recht-fertigen; denn die Männer folgen in ihrer Liebe mehr dem Ein-stuß der Sinne als dem des Herzens. Zudem" Mercedes glühtewie Scharlach, als ste fortsuhrkann ein Haplimäochen inihrer Unschuld eine Macht' üben, deren Benützung einer christlichenDame nicht ziemen würde. Und nun wollen wir zu den Dingenübergehen, welche eine schleunige Entscheidung fordern. Ozema istkrank gewesen ist noch kranksogar gefährlich, wie Ihre Ho-heit und meine Vormünderin glauben. Die Aerztc sagen dasselbe,aber eS steht vielleicht in Deiner Macht, Luis, ste dem Grabe zuentreißen. Besuche ste sage ihr das Wort, das sie glücklichmachen wird sage ihr, daß Du sie nach der Weise Spaniensehelichen wollest, wenn cS auch jetzt noch nicht geschehen sey»ein, laß einen der frommen Priester, die beständig um sie sind,sie zur Taufe vorbereiten und Dich diesen Morgen noch ihr an-trauen, ukid wir werden in der Prinzessin schnell wieder das blü-hende, freudestrahlende Wesen sehen, wie Du eS zuerst unsererSorgfalt anvertrautest."

»Und dieß sagst Du mir so ruhig und überlegt, Mercedes, alsob Deine Worte Deine cigenei^Wünsche und Gefühle ausdrücklen?"

Diese Ruhe ist vielleicht nur eine scheinbare," antworteteunsere Heldin in ersticktem Ton-, »aber meine Worte sind aller-dings die Frucht der Ueberlegung. Du kannst nicht mein Gältewerden, während Du eine Andere liebst; und warum solltest Dudenn nicht dem Zuge Deines Herzens folgen? Der Mahlschatz derPrinzessin wird nicht klein scyn; denn die in einem Kloster Einge-schloffcne bedarf weder des Goldes noch der Ländereien."

Luis blickte ernst auf das schwärmerische Mädchen, welchesseinen Augen nie so liebenswürdig erschienen war; dann stand er