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tadeln. Ihrer Schönheit, glaube ich, hättest Du vielleicht wider-standen, aber ihre zutrauensvolle Hingebung an Dich, ihre Un-schuld, ihre bezaubernde Einfachheit, ihr liebenswürdiger Frohsinnund ihr bescheidenes Wesen waren hinreichend, was immer für einerspanischen Jungfrau den Geliebten zu rauben."
„Mercedes!"
„Nein, LuiS, — ich will Dir keine Vorwürfe machen. Auchist es besser, der Schlag kommt jetzt, als zu einer Zeit, wo ichvielleicht nicht im Stande gewesen wäre, ihn zu tragen. Ich fühlees, daß ich als Gattin unter der Last gekränkter Liebe hätte erlie-gen müssen; jetzt aber kann ich meine Zuflucht zu einem Klosternehmen und dem göttlichen Bräutigam meine Tage weihen. Unter-brich mich nicht, LuiS," fügte sie mit einem süßen Lächeln bei, inwelchem sich jedoch nicht verkennen ließ, wie schwer eS ihr wurde,ruhig zu erscheinen — „cS kostet mich ohnehin schon Kampf genug,in einer Sache, der ich mich so wenig gewachsen fühle, zu spre-chen. Du bist nicht im Stande gewesen, Deine Neigungen zu be-herrschen; und dem Reize der Neuheit, der Ozema umgibt, nichtminder ihrer holden Unbefangenheit muß ich den Verlust züschreiben,der ihr zum Gewinne wurde. Es ist der Wille des Himmels undich will mir Mühe geben zu glauben, eS sey meinem ewigen Heileförderlich. Wäre ich wirklich mit Dir verbunden worden, so hättevielleicht die Zärtlichkeit, die — ich vHnsche eS nicht zu verhehlen —selbst im gegenwärtigen Augenblick noch mein Herz erfüllt, einesolche Macht über mich gewonnen, daß die Liebe, welche ich Gottschuldig bin, beeinträchtigt worden wäre. Es ist daher ohne Zweifelbesser so, wie eS ist. Wenn ich hier auf Erden nicht glücklich seyndurfte, so kann ich mir um so eher das Glück des ewigen Lebenssichern. Doch nein, auch hienieden ist mir nicht alle Seligkeit ent-nommen; ich kan» für Dich und für mich beten, — und Du mitOzema, ihr Beide, werdet vor allen irdischen Wesen in meinenGedanken die Oberhand behaupten."