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sagte ihm, daß ein tiefer Gram in ihrem Inneren wühle. DieHand, welche er mit Ungestüm zu seinen Lippen führte, zitterte— ihre Wangen erröthcten und erblaßten abwechselnd in einerWeise, welche den Sturm ihrer Gefühle bekundete. Dcmungeachtctlehnte sie das Glas Wasser, welches er ihr anbot, ab, indem siees mit einem matten Lächeln bei Seite stellte und ihrem Verehrerwinkte, eine» Stuhl zu nehmen, während sie sich auf einem Ta-bouret — einem der niedrigen Sitze, deren sie sich in Gegenwartder Königin zu bedienen pflegte — niederließ.
„Ich habe mir die Zusammenkunft erbeten, Don Luis," be-gann Mercedes, sobald sie sich ein wenig gesammelt hatte, „damitfürderhin kein Grund vorhanden sey, unsere Gefühle und Wünschezu mißdeuten. Du standest in Verdacht, mit der Dame Ozemavermählt zu sehn — es war ein Augenblick, wo Dir von DonnaJsabella'S Ungnade Vernichtung drohte."
„Aber Du, thcurc Mercedes, Du konntest mir doch nie einensolchen Betrug, eine solche Treulosigkeit zutrauen?"
„Ich behauptete Deine Wahrheitsliebe, Seunor, denn ichkannte Dich in dieser Hinsicht zu gut. Ja, ich fühlte, daß Luis deBobadilla, wenn er einen solchen Schritt that, auch Muth genughaben mußte, ihn einzugestehen. Ich glaubte nie — keinen Au-genblick, daß Du der Prinzessin vermählt sehest."
„Warum aber dann jene kalten und abgewendeten Blicke? —Jene Augen, welche den Boden suchten, statt den Wonnestrahlen der Liebeentgegen zu fliege»? Wozu ein Benehmen, das, wenn eS nicht geradezuWiderwillen ausdrückte, doch wenigstens eine Rückhaltung und Entfrem-dung bekundete, die ich nimmermehr bei Dir zu sehen gefürchtet hätte?"
Mercedes wechselte die Farbe und blieb eine Minute stumm,augenscheinlich im Zweifel, ob sie auch im Stande sey, ihr Vor-haben auSzuführen. Sie raffte jedoch ihren Muth wieder zusammenund die Unterhaltung ging in der früheren Weise wieder fort.
„Höre mich an,. Don Luis, denn meine Geschichte wird nicht