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Schule des Schmerzes zu führen. Es geschah jedoch, und dieKönigin, welche eS für da« Beste hielt, alle Täuschung so schnellals möglich zu zerstreuen, brachte es endlich so weit, ihr begreiflichzu machen, daß der Graf, ehe er sie noch gesehen, seine Liebe derDonna Mercedes, welche in der That auch seine Verlobte wäre,geschenkt hätte, Jsabella'S Mittheilung hätte nicht sanfter undweiblicher gegeben werden können, als sie sie gab; aber der Schlagtraf bis ins Innerste, und selbst di- Königin bebte vor den Folgenihres Beginnens. Nie vorher war sie Zeuge des Gefühlausbruchsbei einer so ganz ungekünstelten Natur gewesen, und die Bilderdessen, was sich hier ihrem Auge offenbarte, verfolgten sie nochmanche schlummerlose Nacht.
ColumbuS und unser Held blieb die ganze folgende Wocheüber die Vorgänge im Dunkeln. Luis erhielt zwar am andern Tagein gütiges und crmuthigendcS Schreiben von seiner Tante, und einPage der Donna Mercedes legte schweigend das Kreuz, welches erso lange getragen hatte, wieder in seine Hände; alles Andere bliebjedoch seinen Vcrmuthungen anheimgegeben. Endlich kam jedochder Augenblick der Entwickelung, und der junge Mann erhielt eineAufforderung, vor der Marquise zu erscheinen.
Luis hatte erwartet, in dem Salon seine Tante zu treffen;aber er fand ihn leer. Als er den Pagen, der ihn eingeführthatte, darüber fragte, erhielt er die Weisung, er möchte sich ge-dulden, bis Jemand käme, um ihn zu empfangen. Geduld waraber keine von den hervorstechenden Tugenden in dem Characterunseres Helden und so vertrieb er sich wohl eine halbe Stunde dieZeit damit, daß er in dem Gemache auf und ab ging, ohne auchnur eine Spur zu entdecken, daß man sich seiner Anwesenheit er-innere. Er wollte sich eben an einen Diener wenden, um sichabermals anmelden zu lassen, als sich langsam eine Thür öffneteund Mercedes vor ihm stand.
Der erste Blick, den der junge Mann auf seine Verlobte warf,