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beigebracht hatte. Wie bei Allen, die an einen gründlichen Gedankengangnicht gewöhnt sind, beruhte ihre Frömmigkeit mehr auf Außendingen,als auf Grundsätzen, weshalb sie denn auch weit geneigter war,den kirchlichen Ceremonien besondere Kräfte beizumeffen, als dieWichtigkeit der Glaubenslehren selbst zu fühlen. Die Frage der Kö-nigin wurde verstanden und daher ohne Arg und Hinterlist beantwortet.
„Luis heirathcn Ozema mit Christenkreuz,» sagte sie, indemsie das heilige Sinnbild an's Herz drückte, welches ihr, wie derLeser bereits weiß, der junge Mann in einem Augenblicke großerGefahr gegeben hatte. „Luis denken, er sterben müssen — beidewünschen zu sterben als Mann und Weib, — und Luis heirathenmit dem Kreuz, wie gut spanisch Christ. Ozema heirathen Luisin ihrem Herz, wie Haytimädche» in ihrer Heimath."
„Hier ist ein Mißverständniß — ein trauriges Mißvcrständniß,das in der Verschiedenheit der Sprache und Gebräuche seinenUrsprung hat. Don Luis ist an diesem Jrrthume unschuldig. Ichwar Zeuge, wie er ihr das Kreuz auf dem Meere während einesSturmes gab, und kann versichern, daß es in einer Weise geschah,die mich den Eifer des Grafen in Betreff der Rettung ihrer um-nachteten Seele nur in einem günstigen Lichte betrachten ließ. Esist da von keiner Vermählung die Rede und nur sie, die in ihrerUnwissenheit unsere Gebräuche mit den ihrigen verwechselte, konnteetwas derart in der Ueberreichung dieses Zeichens vermuthen, daskeine weitere Absicht hatte, als ihr in der Stunde der äußerstenNoth nützlich zu werden, da sie sich der Gnade der heiligenSakramente noch nicht erfreut hatte.»
„Don Luis, kannst D» diese Angabe bestätigen und versichern,daß Du die Gabe ausschließlich in dieser Absicht verabreichtest?»fragte die Königin.
„Sennora, xs ist buchstäblich wahr. Der Tod starrte uns in'SAuge, und ich fühlte, daß diese arme Fremde, die sich mit dem ein-fachen Vertrauen eines Kindes unserer Obhut hingegeben hatte.