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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Herr Admiral, ich stelle es durchaus in Abrede. Ich habeste weder geheiratet, noch je daran gedacht, mich mit einerAndern als mit Mercedes zu vermählen."

Diese Worte trugen den Ausdruck jener offenen Freimütigkeit,welche einen der schönsten Züge in dem Character des jungenMannes bildete.

Hast Du ihr also ein Unrecht angethanund ihr dadurch einRecht gegeben, zu glauben, daß Du die Absicht habest, sie zu ehelichen?"

Gewiß nicht. Ich halte meine eigene Schwester nicht mehrachten können, als ich Ozema achtete, was schon aus dem Umstanderhellt, daß ich mich beeilte, sie unter die Obhut meiner theurenTante und in die Gesellschaft von Donna Mercedes zu bringen."

Dieß scheint vernünftig, Sennora; denn der Mann hat immerso viel Achtung gegen die Tugend des schönen Geschlechts, daß ersogar in den Anwandlungen des Leichtsinns Anstand nimmt, sievorsätzlich zn kränken."

Zn Widerlegung aller dieser Betheurungen und des vonEuch gerühmten Anstandsgefühls der Männer, Seunor Colon, dientdie einfache Erklärung dieser in Täuschung unerfahrenen, einfachenSeele, deren Rang und Ansprüche einen derartigen Trug eben sounnöthig machen müssen, als er ihrer unwürdig wäre. Bcatriz,Du bist wohl der gleiche» Meinung und kannst nichts zur Ent-schuldigung für diesen treulosen Ritter aufsinden, obgleich er einmalder Stolz Deines Hauses war?"

Sennora, ich weiß nicht, was ich glauben soll. WaS auchimmer die Mängel und Schwächen des Knaben seyn mochtenund der Himmel weiß, ihrer sind viele gewesen Täuschung undUnwahrheit gehörten nie dazu. Ich habe sogar die Art, wie erdie Prinzessin meiner unmittelbaren Sorge anheim gab, denRegungen eines Herzens zugeschrieben, das die Verirrungen desVerstandes nicht zu verhehlen beabsichtigte, indem er wohl erwartenmochte, ihre Anwesenheit in meiner Familie werde mir früher dieDonna Mercedes. 2lc Ausl. 37