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eingestchen, ohne daß ihre Hoffnungen sich auf eine Art von Ge-wißheit gründeten."
„Ja, Sennora — Ozema Luis' Gattin."
„Du willst sagen. Prinzessin, daß Ozema erwartet, dem Gra-fen mit nächstem angetraut — in Balve sein Weib zu werden?"
„Nein — nein — nein — Ozema jetzt Luis' Weib. Luisheirathcn Ozema bereits."
„Wär'S möglich?" rief die Königin mit einem festen Blickeauf da- Gesicht der schönen Indianerin, um sich zu versichern, obdas Ganze nicht eine listige Täuschung sey. Aber das offene, un-schuldige Antlitz verrielh keine Spur von Trug, und Jsabella fühltestch gezwungen, ihren Worten zu glauben. Um sich jedoch vonder Thalsache völlig zu überzeugen, stellte sic an Ozema Wohleine halbe Stunde lang verschiedene Kreuz- und Querfragen, dieaber stets zu dem gleichen Resultate führten.
Als die Königin aufstand, um sich zu entfernen, küßte sie diePrinzessin, denn als eine solche betrachtete sie dieses wilde Kindeines unbekannten und neuen Staates, und flüsterte andachtsvollein Gebet für die Erleuchtung ihres Geistes und ihren künftigenFrieden. Als sie in ihren eigenen Gemächern anlangte, fand siedie Marquinn von Moya im Vorzimmer, denn diese geprüfte Freun-din konnte nicht schlafen, ohne die Eindrücke zu erfahren, welche dieZusammenkunft auf ihre königliche Gebieterin hervorgebracht hatte.
„ES steht sogar schlimmer, als wir dachten, Beatriz," sagteJsabella, als die Marquise die Thüre hinter sich geschloffen hatte.„Dein herzloser, unbeständiger Neffe hat sich mit der Indianerinbereits verehelicht und sie ist in diesem Augenblick seine gesetzmä-ßige Gattin."
„Sennora, hier muß ein Jrrthum vorwalten. Der unbeson-nene Knabe würde es wohl nicht wagen, mich in dieser Weise zutäuschen — und noch obendrein in Mercedes' Gegenwart!"
„Er mochte wohl eher seine Gattin Deiner Sorgfalt anvertrauen,Donna Mercedes, 2te Ausl. 36