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„Luis — Luis," fiel das Mädchen mit ihrer süßen weichenStimme ungeduldig ein; „Luis — nicht Conde — Luis."
„Recht, Prinzessin, aber der Conde de Llera und Luis de Bo-badilla sind eine und dieselbe Person. Luis also, wenn Du willst,war in Deinem Palaste gegenwärtig und schlug den anmaßendenKaziken in die Flucht, der, nicht zufrieden, das göttliche Gesetz durchden Besitz Eines Weibes erfüllt zu haben, auf eine gottlose Weiseum Dich als zweite oder dritte warb und Dich im Triumph fortge-sührt haben würde. Dein Bruder bat Dich dann, für eine Weilein Spanien Schutz zu suchen, und Don Luis, der Dich in seinenSchutz und seine Obhut nahm, brachte Dich hieher, um Dich derSorgfalt seiner Tante zu übergeben?"
Ozema verneigte sich bejahend, denn es wurde ihr nicht schwer,dis Worte der Königin zu verstehen, da der Gegenstand derselbenin der letzten Zeit ihre Gedanken so sehr in Anspruch genommen hatte.
„Und nun, Prinzessin," fuhr Jsabella fort, „muß ich mit derFreimüthigkeit einer Mutter zu Dir sprechen, denn ich betrachtealle Personen Deines Ranges als meine Kinder, so lange sie inmeinem Reiche weilen, wie sie denn, auch auf meineu Rath undmeinen Schutz ein volles Recht haben. Liebst Du Don LuiS sosehr, daß Du Deine Hcimath vergessen und die scinige an ihrerStatt adoptiren könntest?"
„Ozema weiß nicht, was Adoptiren will sagen," bemerkte dasMädchen verwirrt.
„Ich mochte wissen, ob Du einwilligen würdest, die Gattindes Don Luis de Bobadilla zu werden."
Gattin und Gatte waren Worte, deren Bedeutung dem Jn-dianermädchen schon lange bekannt waren; sie errölhete daher, lä-chelte arglos und nickte bejahend.
„Ich muß dieß also wohl so nehmen, daß Du erwartest,der Graf werde Dich ehelichen? denn keine bescheidene jungeDame, wie Du, könnte so freudig die Neigung ihres Herzens