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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Warum nicht, meine Tochter? wir sind vielleicht in dieserSache zu voreilig gewesen und habe» am Ende den innigsten Ans-druck seiner Verehrung für Dich als Beweise von Untreue undWankelmulh genommen."

Ach, Sennora! Aber dieß ist nicht möglich- sonst könnteOzema ihn nicht so sehr lieben."

Woher weißt Du, Kind, daß die Prinzessin andere Gefühlegegen den Grasen hegt, als diejenigen, welche ihr die Dankbarkeitfür seine Sorgfalt und für den wichtigen Dienst eingibt, den erihr dadurch leistete, daß er sie mit der hohen Bedeutung des Kreu-zes bekannt machte? Hier waltet ein übereiltes Mißverständnißvor, Beatriz."

Ich fürchte, eS ist nicht der Fall, königliche Hoheit. Hin-sichtlich der Gefühle Ozema'S kann kein Jrrthum statt finden, denndas unschuldige und unerfahrene Wesen ist nicht schlau genug, siezu verbergen. Daß ihr Herz Luis ganz gehört, entdeckten wir inden ersten Stunden unserer Bekanntschaft; und cs ist zu rein, umungesncht gewonnen werden zu können. Die Gefühle der India-nerin sind nicht bloß Bewunderung, sondern so leidenschaftliche Hin-gebung, wie sie der glühende Strahl ihrer heimathlichen Sonnenur immer zu erzeugen im Stande ist."

Konnte Jemand, Sennora," fügte Mercedes bei,konnteJemand Don Luis so oft unter Umständen, die seinen ritterlichenMuth bewährten, sehen und aus täglichem Umgang sein vortreff-liches Herz kennen lernen, ohne sich gedrungen zu fühlen, ihn allenAndern weit vorzuziehen?"

Ritterlicher Muthvortreffliches Herz?" wiederholte die Kö-nigin langsamund doch so unbekümmert ob des Unrechtes, daser begehrt! Er wäre weder ein Ritter noch ein Adeliger, der derLiebe einer Dame würdig ist, wenn Du Recht hättest, mein Kind."

Nein, Sennora," erwiedert« das Mädchen mit ernster Stimme,denn ihre Schüchternheit wich dem Wunsche, den Geliebten zu