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„Prinzessin," sagte Jsabekla, mit ruhiger Würde nach der Stellevortretend, wo Ozema mit niedergeschlagenen Augen und gebeugtemKörper stand und der Befehle der Königin harrte — „Du bist inUnserem Reiche willkommen. Der Admiral hat wohl gethan, daß ereine Dame von Deinen Ansprüchen und Deiner Stellung nicht unterDiejenigen mischte, welche er dem Volke zur Schau stellte. Er hathiedurch seine gewohnte Umsicht nicht weniger als seine tiefe Ach-tung gegen die geheiligte Würde der Herrscher aus'S neue erprobt."
„Almirante!" rief Ozema und ihre Augen leuchteten voll Gei-stes, denn sie hatte lange vorher Colon'S wohlverdienten Titelaussprechen gelernt; „Almirante — Mercedes; Jsabella, Mercedes— Luis, Mercedes — Sennora Königin."
„Beatriz, was will das heißen? warum verbindet die Prin-zessin den Namen Deiner Mündel mit dem des Colon, mit demineinigen und selbst mit dem des jungen Grafen von Llera?"
„Sennora, in Folge eines seltsamen JrrthumS hält sie das WortMercedes für die spanische Bezeichnung alles dessen, was herrlichund vollkommen ist und verbindet es daher mit allem, was sie rechthoch zu erheben gedenkt. Eure Hoheit wird bemerkt haben, daßsie sogar die Namen „Luis" und „Mercedes" mit einander in Ver-bindung brachte — eine Verbindung, welcher wir ehedem so freudigentgegen sahen, die aber jetzt unmöglich zu seyn scheint und welchedie arme Fremde selbst wohl am allerwenigsten wünschen kann."
„In der That, ein seltsamer Jrrthum," versetzte die Königin :„der Gedanke muß auf irgend einem eigenthümlichen Grunde be-ruhen, denn derartige Dinge sind nicht bloße Wirkungen des Zu-falls. Wer als Dein Neffe konnte etwas von Deiner Mündelwissen, Beatriz? Und wer anders könnte die Prinzessin gelehrthaben, diesen Namen als den Ausdruck des Vollendeten zu betrachten?"
„Sennora!" rief Mercedes und eine hohe Glut schoß nachihren bleichen Wangen, während der Blitz der Freude vorübergehendin ihren Augen leuchtete; „könnte dieß möglich seyn?"