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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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war, Kaziken, die höher als ihr Bruder standen, mit Achtung zubehandeln, so wurde es nicht schwer sie zu belehren, daß sie imBegriffe stehe, mit der Ersten ihres Geschlechtes in Spanien zuverkehren. DaS einzige obwaltende Mißverständniß hatte in demUmstande seinen Grund, daß Ozema Jsabella für die Königin derganzen Christenheit und nicht für die eines besonderen Landeshielt; denn in ihren Augen waren Luis und Mercedes PersonenVon königlichem Range.

Obgleich Jsabella vorbereitet war, einer Gestalt von hoherVollkommenheit zu begegnen, so bebte sie doch überrascht zurück,als ihr Auge zum erstenmal auf Ozema siel. Es war nicht so wohldie Schönheit der Indianerin, was ihr Staunen erregte, sondernvielmehr die natürliche Anmuth ihrer Bewegungen, der heitere undglückliche Ausdruck in ihren Zügen und die vollkommene Selbst-beherrschung in Miene und Benehmen. Mercedes hatte in zartemSchicklichkeitS-Gefühl ihre neue Freundin veranlaßt, sich an eineBekleidung zu gewöhnen, die ihr auf Hayti wohl lästig gewordenwäre, und sich in reiche Stoffe zu hüllen, die aus eine zwar etwaswilde aber doch eigenthümliche Weise ihre Reize noch mehr hervor-hoben. Noch schlang sich Luis' Geschenk, als der kostbarste Thcilihrer Garderobe, um ihren Hals, und Mercedes Kreuz dergeschätzteste Schmuck der Indianerin ruhte auf ihrer Brust.

Seltsam, Beatriz," rief die Königin auf der einen Seite desGemachs, während Ozema sich auf der anderen anmuthig und ver-ehrungsvoll verbeugte.Kann dieses herrliche Wesen wirklich eineSeele haben, die nichts von ihrem Gotte und Erlöser weiß? Abermag ihr Geist auch umnachtet seyn, aus diesen einfachen Zügenspricht kein Laster und kein Trug wohnt in diesem reinem Herzen."

Sennora, alles dieß ist wahr; und obgleich wir Ursache zurUnzufriedenheit haben, so lieben doch meine Mündel und ich dasMädchen bereits und könnten sic für immer an unser Herz nehmen--- Mercedes als Freundin und ich als Mutter."