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„Man muß für diese Seele Sorge tragen, Beatriz, und zwar ohneVerzug. Ist die Prinzessin wirklich eine so vollendete Schönheit, um einso lieblichcS Wesen als Donna Mercedes ist, verdrängen zu können?"
„Dreß lst's weniger, Sennora, dieß ist'S weniger. Aber dieMänner sind wankelmüihig und lieben das Neue. Auch ist diebescheidene Zurückhaltung veredelter Sitten für sic weniger gewinnend,als die Freiheit Derer, welche sogar die Kleider für etwas Un-nothigeS halte». Ich wist damit nicht sagen, daß ich Ozema'SBescheidenheit beanstande, denn so weit eS ihre Gewohnheiten mitsich bringen, scheint sie in dieser Hinsicht vollkommen tadellos'; aberdie ungeregelte Laune eines gedankenlosen Knaben findet vielleichtin ihrem feffellosen Betragen und in ihrer halb angeklcideten Personeine augenblickliche Anziehung, die dem Aeußern und dem Benehmeneines hochgebornen spanischen Fräuleins abgeht, welche auf's strengstegelehrt worden ist, sich selbst und ihr Geschlecht zu achten."
„Dieß möchte vielleicht bei der gewöhnlichen Menge der Fallsehn, Bealriz; aber solche unwürdige Beweggründe können denGrafen de Llera nie bestimmen. Wenn Dein Neffe sich wirklich sotreulos erweist, als Du aunimmst, so muß diese indianische Prinzessinhöhere Borzüge besitzen, als wir wohl denken."
„Ihr könnt Euch bald selbst davon überzeugen, Sennora.Hier kömmt Mercedes Dienerin, um uns mitznthcilen, daß dieIndianerin bereit ist, den ehrenden Besuch, der ihr von EurerHoheit zngedacht ist, anzunehmen."
Unsere Heldin hatte Ozema ans das Zusammentreffen mit derKönigin vorbereitet. Die junge Tochter Hahti'S hatte inzwischenim Spanischen solche Fortschritte gemacht, daß der mündliche Verkehrnicht sehr schwierig war, obgleich sie noch in der unzusammen-hängenden und abgebrochenen Weise derjenigen redete, welchen eineSprache noch neu ist. Sie begriff vollkommen, daß sie vor diegefeierte Herrscherin treten solle, von der Luis und Mercedes sooft mit Verehrung gesprochen hatten; und da sie daran gewöhnt