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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
553
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Woher weißt Du dieß, Beatriz?"

Weil Luis sie iu den Palast gebracht hat, königliche Hoheit.Sie befindet sich im gegenwärtigen Augenblick in diesen Gemächern.Mercedes hat sie wie eine Schwester ausgenommen, obgleich dieFremde, ohne es zu wissen, ihr Herz brach."

Hier, sagst Du, Marquise? Dann kann kein strafbares Ver-hältniß zwischen dem gedankenlosen Menschen und der Fremden ob-walten. Dein Neffe kann es nicht wagen, in dieser Weise gegenalle Tugend und Sitte anzustoßen."

Hierüber beklagen wir uns nicht, Sennora. Es ist die knaben-hafte Unbeständigkeit und die gedankenlose Grausamkeit des Grafen,die meine Gefühle gegen ihn waffneten. Ich habe es nie versucht,meine Mündel günstig für seine Bewerbung zu stimmen, denn ichwollte nicht, daß man mir nachsage, daß eine für unser HauS-soehrenvolle und vortheilhaste Verbindung planmäßig durch mich her-beigeführt worden sey; jetzt aber wünsche ich von ganzer Seele,daß sie ihr edles Herz gegen seinen Unwerth stähle."

Ach, Sennora meine Vormünderin," flüsterte Mercedes;Luis ist nicht in diesem Grade schuldig. Wir müssen Alles nurOzema's Schönheit und meiner eigenen Armuth an Mitteln, ihntreu zu erhalten, zuschreiben."

Ozema'S Schönheit?" wiederholte die Königin langsam.Istdenn diese junge Indianerin wirklich so vollkommen, Beatriz, daßDeine Mündel sie fürchten oder beneiden muß? Ich hätte nichtgedacht, daß ein solches Wesen lebe!"

Eure Hoheit weiß, wie die Männer sind. Sie lieben dasNeue und lassen sich am meisten von den Gesichtern, welche sie zu-letzt gesehen haben, Hinreißen. San Jago! Auch Andres de Ca-brera hat mich dieß fühlen lassen, obgleich eS ein Verbrechen wäre,anzunehmen, daß irgend Jemand Jsabella von Trastamara eine soharte Lehre geben könnte."

Bewältige Deine heftigen und ungestümen Gefühle, Tochter