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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Es ist höchst seltsam! Ein Wesen, so schön so jungso edel so reich in jeder Hinstcht so ausgezeichnet unddoch so bald vergessen! Läßt es sich nicht vielleicht aus einer vor-übergehende» Anwandlung erklären, Dame von Moha?"

Jsabella sprach nachsinnend, ohne daran zu denken, daß Mer-cedes zugegen war, wie denn wohl Damen ihres Ranges leichtuntergeordnete Rücksichten übersehen, wenn ihre Gefühle heftigaufgeregt sind. Ein abermaliges convulsivischeS Schaudern überden Körper unserer Heldin ermangelte jedoch nicht, sie auf diesenUmstand aufmerksam zu machen, und die Königin hätte die Prin-zessin Juanna nicht zärtlicher an ihr Herz drücken können, als siejetzt die nachgiebige Gestalt unserer Heldin umschlang.

Was kan» ich sagen, Scnnora," erwiederte die Marquisebitter.LuiS hat in seiner knabenhaften Gedanken- und Grundsatz-losigkeit eine junge indianische Prinzessin veranlaßt, ihre Heimathund ihre Verwandten zu verlassen; er bedient sich zwar des Vor-wandeS, daß er den Tiiumph des Admirals erhöhen wollte; dasWahre an der Sache ist aber, daß er einer flüchtigen Laune »ach-gab und dem Einflüsse jener schlimmen Neigungen folgte, welchedie Männer zu dem machen, was sie wirklich sind, und deren Opferso oft das unglückliche Weib werden muß."

Eine indianische Prinzessin, sagst Du? Der Admiral er-wähnte einer solchen, aber sie war bereits vermählt und soll durch-aus kein Wesen sehn, das im Stande wäre, mit Donna Mercedesde Valverde zu wetteifern."

Ach, theuerste Sennora, die, von welcher Ihr sprecht, istallerdings nicht mit der, welche ich meine, zu vergleichen. Ozema denn so heißt die indianische Dame Ozema ist ein ganzanderes Wesen und nicht ohne hohen Anspruch auf persönlicheSchönheit. Wenn blos die Außenseite das Benehmen des Knabenrechtfertigen könnte, so möchte er vielleicht einigermaßen zu ent-schuldigen sehn."