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„Gebe Gott, daß Eure Hoheit nicht eine eben so erstaunenS-werthe Entdeckung mache, als diejenige ist, welche der Genueseeben veröffentlicht hat! Was mich anbelangt, so weiß ich kaum,ob ich allen diesen Dingen glauben soll oder nicht."
„Dein Staunen nimmt mich nicht Wunder; es ist ein Ge-fühl, welches die außerordentlichen Ereignisse der letzten Tage injeder Seele erzeugen mußten," erwiederte die Königin, augenschein-lich den Sinn der Worte ihrer Freundin mißdeutend. „Aber wirhaben uns noch eine andere Lust Vorbehalten — wir wollen nem-lich Zeuge der Freude eines reinen weiblichen Herzens sehn, welchesdie ihm auferlegte Prüfung mit dem ergebenen Sinne einer christ°lichen Jungfrau ertragen hat."
Donna Beatciz seufzte tief auf, ohne jedoch etwas zu erwic-dern. Sie waren inzwischen über den kleinen Salon gegangen, inwelchem Mercedes ihre weiblichen Bekannten empfangen durfte undder sich in der Nahe ihres Schlafgemachs befand. Hier trafen sieeine Dienerin, welche sich beeilte, ihrer Herrin den Besuch, mitdem sie beehrt werden sollte, anzukündigen. Jsabella benahm sichgegen die, welche sie liebte, mit einer mütterlichen Freimülhigkeit;sie öffnete daher ohne Umstände die Thüre und stand vor unsererHeldin, ehe »och diese ihr entgegen gehen konnte.
„Tochter," begann die Königin, sich niederlaffend, mit einem wohl-wollenden Lächeln gegen das erstaunte Mädchen, „ich habe mich einerfeierlichen Pflicht zu entledigen. Knie hier zu meinen Füßen nieder undhöre auf Deine Königin, wie Du auf eine Mutter hören würdest."
Mercedes gehorchte mit Freuden, denn in diesem Augenblicke 'war ihr Alles genehm, wenn sie nur nicht zu sprechen aufgesordertwurde. Als sie niedergekni-t war, legte die Königin zärtlich einenArm um ihren Hals und zog sie mit sanfter Gewalt etwas näheran sich, bis das Gesicht der Jungfrau in den Falten von Jsabella'SKleide verborgen war.
„Ich habe alle Ursache, Deine Treue und Deinen Gehorsam