von Hayti viel einfacher, als die unseres spanischen Adels, denn dieHälfte von ihnen ist der Meinung, Kleider seyen in ihrem mildenKlima etwas sehr UnuöthigeS."
Mercedes warf dem Sprecher einen Blick des Unwillens unddes Mißtrauens gegen seine Wahrheitsliebe zu; ihre Neugierdeund Theilnahme waren jedoch zu sehr erregt, als daß sie denMann hätte wegschicken können, ohne eine weitere Frage anihn zu stellen.
„Und Don Luis de Bobadilla war immer um die Person desAdmirals? Stets bereit, ihn zu unterstützen und der Vorderstebei jeder Gefahr?"
„Sennorita, Ihr beschreibt den Grafen so treu, als ob Ihrvon Anfang bis zum Ende selbst dabei gewesen wäret. Wenn Ihrgesehen hättet, wie wacker er CaonaboS Schaar mit dem Schwertebearbeitete und wie er Alle hinzuhaiten wußte, während DonnaOzema in seiner Nähe hinter dem Felsen steckte, so hätten WohlEure holden Augen sich der Thränen der Bewunderung nicht ent-halten können."
„Donna Ozema in seiner Nähe — hinter Felsen, und An-greisende, welche er hinhielt?"
„Ja, Sennora, Ihr wiederholt es, wie ein Buch. Es warganz so, wie Ihr sagt, obgleich sich Fräulein Ozema nicht damitbegnügte, hinter den Felsen zu bleiben, denn als die Pfeile amdicksten flogen, so stellte sie sich vor den Grafen und zwang dadurchdie Feinde, inne zu halten, sonst würden sie gerade den Preis, umden sie kämpften, getödtet haben. Eine natürliche Folge war, daßauch das Leben ihres Ritters gerettet wurde."
„Sein Leben gerettet, — das Leben Luis' — des Don Luisde Bobadilla durch eine indianische Prinzessin?"
„Es ist gerade so, wie Ihr sagt, und ein sehr edles Mädchenist sie — Verzeihung, daß ich mir von einer Dame ihres Rangeseinen so respektwidrigen Ausdruck erlaube. Seit jenem Tage