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«Für das Gold kann ich einstehen, meine Dame, aber bis zuder Kenntniß von Edelsteinen hat fich meine Gelehrsamkeit noch nichtverstiegen. Doch kann ich sagen, daß der Himmel von Hayti nichtblauer ist, als die Steine dieses Kreuzes. Donna Ozema nenntes Mercedes, wahrscheinlich, weil sie dabei an die Gnaden denkt,die aus der Kreuzigung für ihre umnachtete Seele fließen."
„Wird denn dieses Kreuz für etwas so Gewöhnliches gehalten,daß es sogar zum Gegenstand der Unterhaltung für Leute vonDeiner Klaffe geworden ist?"
„Hört, Sennorita; ein Mann, wie ich, gilt an Bord einer Ca-ravele oder auf sturmbewegtem Meere mehr, als dieß wahrscheinlichhier in Barcellona, auf festem Grunde der Fall ist. Wir gingennach Cipango, um daselbst Kreuze aufzurichten und die Heiden zubekehren, und somit sehe ich in all diesem nichts Unpassendes. Wasdie Dame Ozema betrifft, so schenkt sie mir mehr Aufmerksamkeit,als irgend einem Andern, da ich in der Schlacht, welche fie demCaonabo entriß, mitgesochten habe, und so zeigte sie mir das Kreuzan demselben Tage, als wir in dem Tajo Anker warfen, oder un-mittelbar zuvor, als der Admiral mich beauftragte, sein SchreibenIhrer Hoheit zu überbringen. Sie küßte damals das Kreuz, drücktees an ihre Brust und sagte, es wäre Mercedes."
„Dieß ist höchst seltsam, Sancho! Hat die Prinzessin einihrem Rang und ihrer Würde angemessenes Gefolge?"
„Ihr vergeht, Sennorita, daß die Ninna, wie schon ihr Namebesagt, nur ein kleines Schiff ist und für einen großen Schweifvon Herren und Damen keinen Raum bietet. Don Christoph undDon Luis stehen hoch genug, um ein passendes Geleite von wasimmer für einer Prinzessin zu bilden, und was das übrige anbe-langt, so muß Donna Ozema eben warten, bis unsere gnädigeKönigin ihr ein Gefolge anweisen kann, das ihrer Geburt ange-messen ist. Außerdem, mein gnädiges Fräulein, sind diese Damen