520
"hat mir der junge Graf wieder und wieder erzählt, die Pfeile sehen iusolchen Wolken geflogen, daß er seine Ehre wohl hätte durch einenRückzug beflecken oder sein Leben verlieren müssen, wenn DonnaOzema nicht gerade zur rechten Zeit gekommen wäre. Sie istein herrliches Wesen, Sennorita, und Ihr werdet sie wie eineSchwester lieben, sobald Ihr sie gesehen und kennen gelernt habt."
„Sancho," bemerkte unsere Heldin, wie die Morgenröthe er-glühend, „Du sagst, daß der Conde de Llera Dir befohlen habe,seiner Tante von ihm zu erzählen; hat er dabei nicht sonst nocheines Namens ewähnt?"
„Nein, Sennorita."
„Bist Du deß gewiß, Sancho?" besinne Dich — nannte erNiemand anders gegen Dich?"
„Nun, schworen kann ich nicht gerade drauf; denn entwederhat er oder der alte Steuermann Diego von einer gewissen Claragesprochen, die hier in Barcellona eine Hosterie hält und herrlichenWein schenkt. Ich glaube aber, es wird wohl Diego und nichtder Graf gewesen sehn, da der Eine gar viel an derartige Dingedenkt und der andere kanm etwas von Clara weiß."
„Du magst Dich entfernen, Sancho," sagte Mercedes mitschwacher Stimme. „Wir wollen morgen weiter mit Dir sprechen."
Sancho nahm diese Entlassung nicht übel auf, sonder» kehrte ver-gnügt zu seinem Lager zurück, ohne sich etwas von dem Unglückträumen zu lassen, das er durch die Mischung von Wahrheit undUebertreibung in seinen Erzählungen angestistet halte.
3t
Donna Mercedes. 2te Ausl.