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„Folgte? — Besitzt der Admiral und der Conde de Lleraeinen so großen Einfluß über königliche Damen, um sie zu veran-lassen, ihre Heimath zu verlassen und ihnen nach einem fremdenLande zu folgen?"
„Ach, Sennorita, etwas derart ist vielleicht in Cafiilien oderPortugal oder sogar in Frankreich nicht üblich; aber Hayti ist nochkein christliches Land, und eine Prinzessin dort ist vielleicht nichtmehr als eine edle Dame von Castilien — jedenfalls was die Garde-robe anbelangt, nicht einmal so viel. Doch eine Prinzessin ist einePrinzessin, und eine schöne Prinzessin eine schöne Prinzessin. UnsereDonna Ozcma ist ein wundervolles Geschöpf, und fängt bereitsan, unser reines Castillianisch zu plappern, als wäre sie zu BurgoSoder Toledo erzogen worden. Aber Don Luis ist ein gar ermuthi-gcnder Lehrer und hat sie ohne Zweifel so weit vorwärts gebracht,während er in ihrem Palaste so zu sagen ganz allein mit ihrwohnte, weshalb auch der eingefleischte Teufel, Don Caonabo mitseinen Leuten herunter kam, um die Dame zu entführen."
„Ist die Dame eine christliche Prinzessin, Sancho?"
„Der Himmel segne Eure reine Seele, Sennorita, sie kannsich in dieser Hinsicht nicht viel zu gute thun; doch hat sie so eineArt Anfang gemacht, denn ich bemerke, daß sie jetzt ein Kreuzträgt — freilich nur ein kleines, aber von gar köstlichem Stoffe,wie es auch nicht anders sehn kann, da es ein Geschenk des edlenund reichen Grafen von Llera ist."
„Ein Kreuz sagst Du, Sancho?" fiel Mercedes, nach Luft ha-schend, ein; sie bewältigte jedoch ihre Gefühle so weit, daß deralte Matrose nichts entdecken konnte. „Ist es Don Luis gelungen,sie zur Annahme eines Kreuzes zu veranlassen?"
„Allerdings, Sennorita — und zwar eines mit köstlichen Steinengeschmückten Kreuzes, das er selbst einmal an seinem Halse trug."
„Kennst Du die Steine? — Waren es Türkiffe, in das feinsteGold gefaßt?"