der Träger solcher Nachrichten zu seyn und vor so erlauchte Da-men treten zu dürfen, ist ein übergroßer Lohn für Alles, was ichthun konnte."
„Aber doch könnte für Deine Bedürfnisse Geld nölhig werden,und Du wirst nicht zurückweisen, was Dir eine Dame anbietet."
„In dieser Rücksicht würde ich es annehmen, Sennorita, selbstwenn es zweimal so viel wäre."
Mit diesen Worten brachte Sancho, sich in sein Geschick er-gebend, das Gold zu dem andern, welches er bereits früher aufBefehl der Königin erhalten hatte. Mercedes befand sich nun inciner Lage, wie sie oft Denen zu Theil wird, die ihre Kräfte all-zuhoch anschlagen — mit andern Worten, da ihr jetzt die Mittelzu Gebot standen, ihre Zweifel zu lösen, zögerte sie, davon Ge-brauch zu machen.
„Sancho," begann Mercedes endlich, „Du hast den SennorColon auf dieser ganzen großen und außerordentlichen Reise be-gleitet und mußt viel erfahren haben, was wir, die wir ruhig inSpanien gelebt haben, gerne hören möchten. Ist Alles, was Duvon den Prinzen und Prinzessinnen gesagt hast, wahr?"
„So wahr, Sennorita, daß cs ein Geschichtschreiber brauchenkönnte. Bei der Messe! Wenn Einer in einer Schlacht oder über-haupt Zeuge eines großen Wagnisses gewesen ist und sich die Sachehintendrein vorlesen läßt, so wird er bald den Unterschied zwischender Thatsache und der Geschichte, die man von ihr gibt, merken!Nun, ich war —"
«Ich wünsche nichts von Deinen übrigen Abenteuern zu hören,Sancho — nur das Einzige; gibt es wirklich einen Prinzen Mat-tinao und eine Prinzessin Ozema, die seine Schwester ist, und habenbeide den Admiral nach Spanien begleitet?"
„Ich sagte dieß nicht, schöne Sennorita, denn Don Mattinaoblieb zu Hause, um sein Volk zu regieren. Es ist nur seine schöneSchwester, die Don Christoph und Don Luis de PaloS folgte."