Druckschrift 
11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
524
Einzelbild herunterladen
 

524

schönen Fräulein, welche vorhin das Zimmer verließen, dafür zunehmen habe."

Fort mit Dir, Schurke!" rief Donna Beatriz entrüstet; ichwill nichts mehr hören. Es nimmt mich nur Wunder, daß meinNeffe einem Menschen mit so frecher Zunge seine Botschaften an-vertraut. Geh, und steh morgen besonnener auf, sonst möchte selbstdie Gunst Deines Admirals Deine Knochen nicht schützen. Mer-cedes, wir wollen zu Bette gehen eS ist spät."

Sancho wurde nun allein gelassen, und in einer Weile erschienein Page, um ihn nach dem Orte zu führen, wo er die Nacht zu-bringen sollte. Der alte Matrose brummte etwas vor sich hin überdie Heftigkeit von Don Luis' Tante, zählte sein Gold, auj's Neue,und war eben im Begriff, von seinem Lager Besitz zu nehmen, alsderselbe Page wieder erschien, uni ihn zu einer andern Besprechungaufzufordern. Sancho, der zwischen Tag und Nacht keinen Unter-schied machte, hatte nichts dagegen einzuwenden; zumal als ererfuhr, daß die liebenswürdige Sennorita, deren sanfte bebendeStimme ihn bei der letzten Besprechung so sehr angesprochen hatte,seine Gegenwart begehre. Mercedes empfing den rauhen Gast inihrem eigenen kleinen Salon, nachdem sie ihrer Vormünderin guteNacht gesagt hatte. Als er eintrat, glühte ihr Antlitz, ihr Augeleuchtete und ihr ganzes Benehmen würde dem, der mit den Wal-lungen des weiblichen Herzens vertrauter gewesen wäre, die höchsteBeklommenheit «errathen haben.

Du hast eine lange und mühevolle Reise bestanden, Sancho,"sprach unsere Heldin, als fie mit dem Matrosen allein war;undich bitte Dich, dieses Gold als einen kleinen Beweis der Teil-nahme anzunehmen, womit ich die wichtigen Botschaften, die Duübcrbracht hast, angehört habe." ,

Sennorita," rief Sancho mit einer angenommenen Gleich-gültigkeit gegen die DoblaS, die in seine Hand fielen,ich hoffe,Ihr haltet mich nicht für einen geldsüchtigen Menschen? Die Ehre,