brachte die beiden Spanier bald auseinander, indem das VolkSanchv zu einer Art von öffentlichem Belustigungsplatz in derMitte des Dorfes führte und Don Luis in der Wohnnng desKaziken zurückließ.
Mattinao war kaum mit unserem Helden und zwei seiner ver-trautesten Häuptlinge allein, als die Indianer den Namen „Ozema"mit großer Lebhaftigkeit wiederholte». Es folgte nun eine sehreifrige Besprechung, worauf man — Luis wußte nicht wohin —einen Boten abschickte. Die Häuptlinge verabschiedeten sich und ließenden jungen Castilianer niit dem Kaziken allein. Dieser legte seinengoldenen Reif bei Seite, warf, da er bisher fast nackend gewesenwar, ein baumwollenes Kleid um, winkte seinem Gefährten ihmzu folgen, und verließ das Gebäude. Luis warfseinen Schild aufdie Schulter, rückte den Gürtel seines Schwertes in einer Weise,daß diese Waffe ihn im Gehen nicht belästigte, und entsprach dieserAufforderung mit so viel Zuversicht, als ob er mit einem Freunddurch die Straßen von Sevilla ginge.
Mattinao führte seinen Begleiter durch eine liebliche Wildniß,wo tropische Pflanzen unter mit köstlichen Früchten beladenen Baum-zweigen wuchsen, und folgte einem Fußpfade längs eines Baches, dereiner Bergschlucht entströmte und seine Wasser weiter unten in denStrom ergoß. Sie gingen etwa eine halbe Meile und erreichtendann eine Gruppe ländlicher Wohnungen, welche auf einem lieblichenBergvorsprunge lagen und eine weite Aussicht sowohl nach dergrößeren unten am Flusse liegenden Stadt, als auch nach demfernen Meere zuließen. Luis sah im ersten Augenblicke, daß diesesüße Einsamkeit zur Benützung des zarteren Geschlechtes bestimmtwar, und zweifelte nicht, daß eS eine Art von Serail sep, wo dieWeiber des jungen Kaziken wohnten. Man führte ihn in eines derHauptgebäude, wo ihm aufs Neue die einfachen aber lieblichenErfrischungen, deren sich die Eingeborenen gewöhnlich bedienten,angeboten wurden.