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daß die Kaziken sich die Vielweiberei erlaubten, während sie ihreUntcrthanen streng auf den Besitz einer einzigen Gattin beschränkten.
Das Canoe ruderte mehrere Meilen Fluß hinan, bis es einesjener tropischen Thäler erreichte, wo die Natur alle ihre Mit-tel ansgeboten zu haben scheint, um zum Genüsse einzuladcn. Wäh-rend die Landschaft vieles von der Freiheit einer Wildniß besaß,hatte ihr die Gegenwart des Menschen schon seit Jahrhundertenalle rauheren und wilderen Züge abgestreift. Gleich seinen Be-wohnern zeigte der Ort die ganze Vollkommenheit natürlicher Nn-muih, unverkümmert von den erkünstelten Erfindungen des mensch-lichen Geistes. Die Hütten waren trotz ihrer Einfachheit, die mitdem Bedürfnisse ihrer Bewohner im Einklänge standen, nicht ohneSchönheit. Ungeachtet man mitten im Winter Europas stand,blühte» die Blumen und die üppigen Zweige bogen sich unter derLast nahrhafter und wohlschmeckender Früchte.
Mattinao wurde von seinem Volke mit lebhafter Neugierdeund unterwürfiger Hochachtung empfangen. Seine harmlosen Un-terthanen drängten sich um Luis und Sancho mit derselben Ver-wunderung, mit welcher der civilisirte Mensch einen der Prophetenbetrachten würde, wenn ein solcher zur Erde und ins Fleisch zurück-kehren wollte. Sie hatten von der Ankunft der Schiffe gehört,betrachteten aber demungeachtet die Bewohner derselben als nichtsGeringeres, denn als einen Besuch vom Himmel. Wahrscheinlichwar dies nicht die Meinung der im Range hoher Stehenden, dennselbst in dem Zustande der Wildheit ist die Ansicht des großenHaufens selten die der wenigen Begünstigten. Sancho wurde —vielleicht wegen der größeren Nngebundenheit seines CharacterS,welche ihm gestattete, sich leichter an die Gewohnheiten der Indianeranzuschmiegen, vielleicht auch in Folge des SchicklichkeitSgefnhlSdieser harmlosen Seelen — bald der Liebling der Menge; währendder Graf von Llera hauptsächlich der Sorgfalt Mattinao'S und derVornehmsten seines Stammes überlassen blieb. Dieser Umstand