aus Moguer abstirbt? Es ist ganz dasselbe, als ab man ihm dieWahl ließe, ein WammS zu tragen und Knoblauch zu essen, odernackend zu gehen, und sich mit süßen Früchten den Magen zufüllen. Ich wette, Sennor, Eure Ercellenz würde nicht das Schloßvon Llera gegen den Palast dieses großen Kaziken vertauschen."
„Du hast Recht, Sancho, selbst der Rang hängt von demgeselligen Zustande ab, in welchem wir leben. Ein castilianischerEdler kann eine» Herrscher von Hayti nicht beneiden."
„Zumalen seit mein Commandcur, der Sennor Don Almirante,öffentlich bekannt gemacht hat, daß unsere gnädige Gebieterin,Donna Jsabella, fortan und für immer die Königin dieser Herr-scher sehn soll," versetzte Sancho mit einem schlauen Seitenblicke.„Diese würdigen Leute scheinen aber die Ehre, welche ihnen bevor-steht, gar wenig würdigen zu können, am wenigsten aber SeineHoheit, der König Guacanagari."
„Still," sagte Luis, „und behalte Deine muthwilligen An-deutungen für Dich. Unsere Freunde wenden den Bug des Canoesnach der Mündung jenes Flusses und scheinen landen zu wollen."
Die Eingebornen hatten jetzt in der That die Küste, so weites ihre Absicht war, umschifft, und bogen nun in die Mündungeines kleinen Flusses ein, der auf den edlen, die Insel durchziehen-den Bergen seinen Ursprung nahm, und sich durch ein lachendesThal den Weg zum Meere bahnte. Dieser Strom war wederbreit noch tief; doch enthielt er bei weitem hinreichend Wasser fürdie von den Eingebornen gebrauchten Fahrzeuge. Seine Ufer warenmit Büschen gesäumt und als man längs denselben hin ruderte,begegnete Luis stets neuen Prachtscenen, so daß er wohl gernesein Leben hier zugebracht hätte, vorausgesetzt, daß Mercedes allediese Herrlichkeiten hätte mitgenießen wollen; denn wir haben kaumnöchig, beiznfügen, daß er auf diesen Wunderschauplätzen der Na-tur allenthalben seine Gebieterin in Sammt und Spitzen gekleidet,wie sich damals die hochgeborenen Damen trugen, zu sehen glaubte.