»Es gewinnt in der That das Anssehen eines unruhigen Auf-tritts, Sancho. Komm, wir wollen hinunter, und Seiner Ercellenzzeigen, daß er doch einige Freunde unter der Mannschaft hat."
Sancho billigte diesen Vorschlag, und er und Pepe standen inder nächsten Minute auf dem Verdecke. DaS Volk befand sich inder That in einer meuterischeren Stimmung, als dieß je seit derAusfahrt der Flotte aus Spanien der Fall gewesen war. Dielange Fortdauer günstigen Windes und schönen Wetters hatte dieMatrosen veranlaßt, eine schleunige Beendigung der Reise zu er-warten, und beinahe Alle waren jetzt der Meinung, sie hätten einRecht, auf dem Anfgeben eines Unternehmens zu bestehen, welcheszu nichts Anderem als zum Untergänge zu führen schien. DieDebatte war laut und leidenschaftlich, und selbst einige der Pilotenwaren geneigt, mit ihren Untergebenen anzunehmen, daß eine längereAusdauer gewiß nutzlos, wo nicht unheilbringend scyn dürfte. AlsSancho und Pepe in den Kreis traten, war man eben zu demBeschlüsse gekommen, in Masse vor ColumbuS zu treten und ihnin unumwundenen Ausdrücken aufzufordern, den Schnäbeln derSchiffe alsbald die Richtung nach Spanien zu geben. Um dabeimit einer geeigneten Förmlichkeit zu verfahren, wurden der PilotPedro Nlonzo Ninno und Juan Martin, ein alter Matrose, zuWortführern gewählt. In diesem entscheidenden Augenblick sahman den Admiral und Luis von dem Hüttendecke heruntersteigen,um sich nach der Cajüte zu begeben, und nun eilte Astes auf demVerdecke nach, indem sich zwanzig rufende Stimmen zumal ver-nehmen ließen.
»Sennor! — Don Christvval! — Euer Ercellenz! — SennorAlmirante!"
ColumbuS machte Halt und blickte die aufgeregte Mannschaftmit einer Ruhe und Würde an, welche den Muth Ninno'S nieder-schlug und das Ungestüm der Meisten seiner Begleiter bedeutendzu Paaren trieb.