Columbns kannte den ungestümen Character des jungen Man-nes zu gut, um eine ernste Entgegnung zu geben, und Beide lehn-ten stch nun zugleich an den Besanmast, nm die Scene vor ihnenzu betrachten, wobei sie zugleich über die Wechselfälle ihrer Lagenachdachten. Es war Nacht und die Wachmannschaft auf demDecke unten ließ sich nur bei dem Scheine eines Lichtes unterschei-den, das jedoch zu düster brannte, um die Gesichter erkennnen zulassen. Die Leute standen in Gruppen beisammen, und aus demgedämpfte», aber lebhaften Tone, in welchem sie mit einander spra-chen, ließ sich entnehmen, daß die Windstille und die Gefahren,denen sie sich ausgesetzt glaubten, der Gegenstand ihrer Unterhal-tung war. Die Umrisse der Pinta und Nimm ließen sich untereinem mit funkelnden Sternen besäten Firmamcnte erkennen; dieschlaffen Segel hingen in dem Faltenwürfe von Vorhängen wieBlumengewinde herunter, und ihre dunkeln Rümpfe standen so un-beweglich, als ob sie in einem der Flüsse Spaniens eingebuchtetwären. Es war eine milde, sanfte Nacht, aber die unermeßlicheOede, die tiefe Stille des schlummernden Meeres und selbst dasjeweilige Knarren einer Spiere, welche an die wirkliche Gegenwartvon Fahrzeugen in einer solchen Lage erinnerte, lieh der Sceneeinen feierlichen, fast erhabenen Character.
„Hörst Du nicht etwas in dem Takelwerke flattern, Luis?"fragte der Admiral leise. „Wenn mich mein Ohr nicht täuscht,so vernehme ich ein Schwingen von Flügeln. Der Ton ist über-dies; lebhaft und leicht, wie ihn kleine Vogel hervorzubringen pflegen."
„Ihr habt Recht, Don Christoval. ES haben sich wirklichsolche kleine Geschöpfe auf den ober» Rasen niedergelassen — siesind nicht größer als die kleineren Landsingvögel."
„Horch!" fiel der Admiral ein, „das ist ein fröhlicher Ton —eine Melodie, wie man sie kaum in den Orangenhainen von Se-villa Hort! Gott sey gepriesen für dieses Zeichen der Ausdeh-nung und Einheit seines Reichs, denn Land muß wohl nahe sehn,