332
dieser Ungeheuer der Tiefe stets die Einförmigkeit des Seelebcnsunterbricht, so eilte Alles, um sich diesen Anblick zu verschaffen,indem Einige in die Takelage, und Andere auf die Reegelingensprangen, um sich durch die Bewegungen des ThiereS unterhaltenzu lassen.
„Siehst Du ihn, Sancho?" fragte der Admiral den Letzteren,welcher gerade in seiner Nähe stand. „Das Wasser hat mir nichtdas Aussehen, als ob ein solches Thier in der Nähe sehn könnte."
„Euer Ercellcnz Auge, Sennor Don Almirante, ist weit treuer,als das jener Schwätzer in den Masten. So gewiß dieß das atlan-tische Meer und das dort der Schaum der Wellenkämme ist, sogewiß gibt eS hier keinen Wallfisch."
„Die Floße! die Floße!" brüllte ein Dutzend Stimmen aufeinmal, während die Matrosen auf eine Stelle deuteten, wo sichein dunkler Gegenstand über den Schaum des Meeres erhob undeine zugespitzte Hcrvorragung mit kurzen Armen, die sich nach jederSeite ansbreiteten, sichtbar werden ließ. „Er spielt mit dem Kopfin dem Wasser und hält den Schwanz zu oberst!"
„Ach! ach!" rief der erfahrene Sancho mit der Wehmuth einesächten Seemanns; „was diese unverständigen und vorschnellen Schreierdie Schwanzflosse eines Walisisches nennen, ist nichts als der Mastirgend eines unglücklichen Schiffes, das sein Gerüste sammt Frachtund Leuten in den Tiefen des Meeres verloren hat."
„Du hast Recht, Sancho," erwiederte der Admiral, „ich sehenun, was Du meinst; es ist in der That eine Spiere und deutetohne Zweifel auf einen Schiffbruch."
Diese Thatsache ging schnell von Mund zu Munde und dieTrauer, welche die Zeugnisse eines solchen Unglücks immer begleitet,lagerte sich über die Gesichter aller Zuschauer. Nur die Pilotenzeigten Gleichgültigkeit und beriethen sich über die Ausführbarkeiteines Versuchs, die Spiere heraufzuholen, um sie in der Zeit derNoth benützen zu können. Ihre Absicht wurde jedoch durch die zu