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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
311
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damals nur Wenige für ihres Verstandes und ihrer Stellung un-würdig Hielien. Wenn die Religion im fünfzehnten Jahrhundertauch durch Aberglauben befleckt war und die Menschen allzuviel aufdie Wirksamkeit augenblicklicher und vorübergehender Aufregungenbauten, so ist dabei doch gewiß, daß sie das Gepräge einer wür-devollen Demuth und Gottergebenheit trug, und die Welt hat sicher-lich nichts dadurch gewonnen, daß es in unseren Tagen anders ist.

Das erste Grauen des Tages brachte den Admiral und Luiswieder auf das Deck. Beide knieten nochmals auf dem Rundbausenieder und erneuerten ihre Gebete; dann standen sie auf, überließensich Gefühlen, wie sie in ihrer Lage natürlich waren, und harrtenbegierig, was der Morgen Neues enthüllen möge. Die Annähe-rung der Dämmerung und der Aufgang der Sonne auf dem Meereist so oft beschrieben worden, daß eine Wiederholung hier wohlüberflüssig scheinen dürfte, und wir erlauben uns nur zu bemerken,daß Luis das Farbenspiel, welches den östlichen Himmel schmückte,mit den warmen Gefühlen eines Liebenden betrachtete, und in densanften flüchtigen Tinten, welche bekanntlich zumal in niederenBreitegraden die Vorläufer eines schönen Septembermorgens sind,eine Aehnlichkcit mit dem Fluge der auf Mercedes sprechenden Zü-gen hinschwebendcn inneren Regungen zu finden glaubte, währenddas Auge des Admirals einer mehr praktischen Richtung, nämlichder wo die Insel Ferro lag folgte, und den lichteren Tag er-wartete, um sich zu überzeugen, welche Wechsel während derStunden seines Schlafes vorgegangen sepen. So verstoßen einigeMinuten in stummer Betrachtung, bis der Seefahrer LniS an seineSeite winkte.

Siehst Du jene düstere schwarze Masse, welche sich dort süd-westlich von uns aus dem Dunkel hebt," sagte er:sie wirb mitjedem Augenblick deutlicher und bestimmter, obgleich sie acht biszehen Stunden entfernt liegt. Das ist Ferro, und ohne Zweifelsehen die Portugiesen dort in ängstlicher Erwartung nach uns aus.