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Das Letztere war kaum mehr vernehmlich, denn die Caravelenhatten indessen an einander vorbeigetrieben und standen sich baldso ferne, daß an keine weitere Besprechung mehr zu denken war.
„Glaubt Ihr, Don Christoph, der castilianische Stammgelte so wenig, daß diese portugiesische Hunde es wagen sollten,die Flagge der Königin zu beschimpfen?" fragte Luis.
„Ich fürchte in der That von ihrer Gewalt wenig mehr als Zöge-rungen und Hindernisse, aber schon diese möchten mir im gegenwärti-gen Augenblicke kaum weniger schmerzlich als der Tod scyn. Ammeisten fürchte ich, daß diese Caravelen unter dem Vorwand, dieRechte Dom Jao'S zu beschützen, den Auftrag haben möchten, unsnach Cathay zu folgen, in welchem Falle uns die Entdeckung bestrittenund die Ehre derselben gethcilt würde. Wir müssen den Portu-giesen wo möglich auSweichen, und um dieß zu erzielen, habe ichdie Absicht, nach Westen abzuhaltcn, ohne mich der Insel Ferromehr, als unvermeidlich nothwendig ist, zu nähern."
Ungeachtet der glühenden Ungeduld, welche den Admiral unddie Meisten des Schiffsvolks erfüllte, schienen nun die Elementeihre Fahrt von den canarischen Inseln in das offene Meer hinaushemmen zu wollen. Der Wind ließ immer mehr nach, bis er endlich sostille wurde, daß man die Segel ausholte, und nun lagen die dreiSchiffe — bald ruhig von den Wellen bespült, bald von einer Grund-deining emporgehoben, da: ungeheuer» Thiercn vergleichbar, dieunter der heißen Glut der Svmmersonne in schläfriger Gleichgül-tigkeit ihrer trägen Ruhe Pflegen.
Die Matrosen murmelten im Geheimen ihre Paternoster oderAve Marias vor sich hin, und gelobten für die Zukunft manchesGebet, wenn sie Wind erhalten würden. Hin und wieder schien es auch,als ob die Vorsehung ihre Bitten gewähren wolle, denn die Wan-gen glaubten schon das Fächeln des Luftzuges zu fühlen und die Segelwurden in der vergeblichen Hoffnung, weiter zu kommen, nieder-gelaffen. Aber es war nur Täuschung, und endlich fühlten Alle