muffen, Luis," verfehle der Admiral, „daß man über alle ihreHandlungen sich Bemerkungen erlaubt und daß sie nur wenig ihn»können, was unbeachtet bliebe oder der Tadelsucht entginge."
„Es würde eben so gut seyn, Sennor Admiral, auch nochHerzlosigkeit, Verläumdungen und Lügen in die Wagschale zulegen, denn alles dieses gehört noch mit zu Eurer Liste. Muß eseinen nicht ärgern, daß ein junger Mann nicht einmal zu Erweite-rung seiner Kenntnisse ein paar fremde Länder besuchen kann, ohnedaß die Schwätzer CastilienS ihre Briefe an die Schwätzer dercanarischen Inseln mit Ergießungen über sein Treiben und seinenWerth füllen? Bei allen Märtyrern des Morgenlandes! wenn ichKönigin von Castilien wäre, so würde ich das Briefschreiben überanderer Leute Thnn verbieten; ja ich weiß nicht, ob ich den Weibernnicht das Briefschreiben ganz und gar untersagte."
„In diesem Falle, Sennor de MunnoS, könnte Dir nie dasVergnügen zu Theil werden, eine Nachricht von der schönsten Handin Castilien zu erhalten."
„Ach ich meine nur das Schreiben von Weibern an Weiber,Do» Christoval. Ohne allen Zweifel sind Briefe, welche edleJungfrauen in der Absicht schreiben, die Herzen ihrer Anbeter zuerfreuen und sie zu ritterlichen Thaten zu ermuntern, ganz amOrte, und nimmer mögen die Heiligen den Elenden erhören, dersie verbieten oder etwas dagegen einwenden wollte. Nein, Sennor,ich hoffe, das Reisen hat mich wenigstens weitherzig gemacht, indemes mich über die beschränkten Provinz- und Städtevorurtheile erhob,und es fällt mir nicht von weitem ein, Briefen von Damen an ihreRitter, von Eltern an ihre Kinder, oder auch von Weiber an ihreGatten ein Ende zu wünschen. Wenn sich aber ein paar Plauder-taschen brieflich mit einander unterhalten, Sennor Admiral, so ver-abscheue ich ein solches Geschreibsel eben so sehr, als der Vaterder Sünden diese unsere Expedition verabscheuen mag."
„Es ist in der That eine Expedition, über die er keinen be-