Druckschrift 
11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
Entstehung
Seite
294
Einzelbild herunterladen
 

29L

seyn, und eS wundert mich nicht, daß seine Gebieterin ihn so garwohlfeil gibt. Ist des Namens der Dame in Eii'en Briefen aucherwähnt?"

Allerdings! ES ist Donna Maria de las Mercedes de Val-verde, eine nahe Verwandte der GuzmanS und anderer großenHäuser; dazu eine der schönsten Jungfrauen von Spanien."

Das ist sie;" rief Luisund auch eine der tugendhaftesten:denn sie ist eben so edel und weise als sie schön ist."

Wie, Sennor! ist es möglich, daß Ihr eine so hochgestellteDame genau genug kennt, um so entschieden von ihren Eigenschaf-ten und ihrem Aeußern sprechen zu können?"

Ihre Schönheit habe ich gesehen und von ihren Vorzügenspricht alle Welt. Aber, Sennora, meldet Euer Korrespondent nicht,was aus dem unglückliche» Liebhaber geworden ist?"

ES heißt, er habe Spanien wieder verlassen, was, wie manglaubt, von den Herrschern sehr ungnädig aufgenommen wurde,denn die Königin soll nie seines NamcnS mehr erwähnen. Man weißnicht, welchen Weg er genommen, aber wahrscheinlich streift erwieder auf den Meeren herum, um, wie gewöhnlich, in den Häfendes Ostens gemeine Abenteuer aufzusuchen."

Die Unterhaltung ging nun auf andere Gegenstände über undbald nachher kehrte der Admiral mit seinen Begleitern nach ihrenverschiedenen Schiffen zurück.

In der That, Sennor Don Christoval," sagte Luis, als erallein mit dem Seefahrer dem Gestade zuging,Niemand kannwissen, ob er einen Ruf hat oder nicht. Ich bin zwar nur einunbedeutender Seemann und kein Pilot, aber doch muß ich finden,daß meine Hcldenlhatcn auf dem Meere allenthalben bekannt find.Wenn Euer Erccllenz durch die gegenwärtige Fahrt nur halb soberühmt wird, als ich es bereits bin, so habt Ihr allen Grund zuglauben, daß die Nachwelt Euren Namen nie vergessen wird."

Es ist ein Zoll, den die Großen für ihre Stellung abtragen