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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Der Tag war schön und der Wind stark und günstig. Soweitwaren die Vorbedeutungen Glück verkündend, aber eine unbe-kannte Zukunft warf eine Wolke über die Gefühle eines großenTheileS derjenigen, welche in so düsterer Unwissenheit Alles, wasihnen lieb und theuer war, verlassen mußten. Man wußte, daßder Admiral die Absicht hatte, zuerst auf die canarischen InselnloSzustcuern, um von dort aus die unbekannten und bisher unver-suchten jenseitigen Bahnen des öden Weltmeers zu befahren. DieAengstlichen betrachteten also diese Inseln als die Punkte, von woaus die wirkliche Gefahr beginne, und blickten bereits nach demAuftauchen derselben am Horizont unter einer ähnlichen Folter vonGefühlen, mit welcher der Schuldige den Tag des Gerichts, derzum Tod Berurtheilte den Morgen seiner Hinrichtung oder derSünder sein Sterbelager erwartet. Manche fühlten sich jedochüber diese Schwäche erhaben, da sie ihre Nerven für die Gefahrgestählt hatten, obgleich auch ihre Gefühle nicht immer die gleichenwaren. Es gab Stunden, wo Hoffnungen und Vorahnungen einesgünstigen Erfolges das ganze Schiffsvolk zu erheitern schienen,aber auch wieder Augenblicke, in welchen die Neigung zum Zwei-feln und die Muthlostgkeit fast allgemein waren.

Höchst wahrscheinlich gehörte in jener Zeit eine Reise nachden canarischen Inseln ober den Azoren zu den kühnsten Unter-nehmungen eines Seefahrers. Die Entfernung war freilich nichtso groß, als viele der gewöhnlicheren Ausflüge: denn die Schiffekamen oft, sogar in derselben Richtung, bis zum grünen Vorge-birge; aber alle übrigen europäischen Fahrten gingen der Küste ent-lang, und in dem mittelländischen Meere fühlte der Matrose, daßer innerhalb bekannter Gränzen segle somit auf keinem Feldesich umtreibe, das dem menschlichen Wissen ferne war. Auf demgroßen Weltmeere dagegen befand er sich gewissermaßen in einerLage, ähnlich der eines Luftschiffers, welcher, während er in denhöheren Strömungen der Atmosphäre schwimmt, in der Erde unter