„Dann bleibt uns also nur noch die Ninna," fügte ColumbuSbei. „Ist diese vollends in Ordnung, und haben wir unfern reli-giösen Pflichten Genüge geleistet, so können wir endlich hoffen, dasUnternehmen zu beginnen."
„Das könnt Ihr, Sennor. Mein Bruder Vincente Punncz hatendlich eingewilligt, die Führung dieses kleinen Fahrzeugs zu über-nehmen, und was ein Pinzon verspricht, das hält er auch. ESwird mit der Santa Maria und der Pinta segelfertig werden, undCathay müßte in der That sehr weit weg liegen, wenn wir cSnicht mit dem einen oder dem andern unserer Schiffe erreichen sollten."
„Das ist ja recht ermuthigend, Nachbar Alonzo," erwiederteder Mönch, vergnügt die Hände reibend, „und ich zweifle nicht, daßsich Alles machen wird. Was sagen jetzt die schaafsköpfigenSchwätzer von Moguer und den andern Häfen — hinsichtlich derGestalt der Erde und der Wahrscheinlichkeit, ob der Admiral Indienerreichen werde?"
„Ihr Geschwätz ist immer so eitel und einsichtslos, als sonst,Fray Juan Perez. Zwar gibt es in keinem der Häfen einen Ma-trosen, der nicht einräumte, daß die oberen Segel, obgleich sie diekleinsten sind, zuerst auf dem Meere gesehen werden, aber sie be-haupten, dieß komme von den Bewegungen des Wassers, und nichtvon der Form der Erde her."
„Hat keiner von ihnen je den Schatten bemerkt, welchen dieErde bei MondSfinsterniffen wirft," fragte ColumbuS in seinerruhigen Weise, obgleich er, während er diese Frage stellte, wie ein Mannlächelte, der eine Naturerscheinung tief ersaßt hat und sie sorglosals einen der augenfälligste» Beweise Leuten, welche nur an derOberfläche zu kleben pflegen, vorlegt. „Sahen sie nicht, daß dieserSchatten rund ist und wissen sie nicht, daß ein runder Schattenauch nur von einem runden Körper geworfen werden kann?"
„Dieß ist bündig, guter Martin Alonzo," fiel der Prior ein,„und muß die Zweifel des einfältigsten Schwätzers an der Küste