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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Wenn ich denken könnte, der Anblick meines gelockten Ko-pfes mache Dir Vergnügen, so sollte auch nicht ein Haar auf dem-selben bleiben, und ich würde von Spanien mit einem ebenso nacktenSchädel, als der eines Priesters oder gar «neS Muhamedanersist ausfahren. Aber auch die BobadillaS haben ihre Kleinodien,und die Braut eines Bobadilla soll sie tragen. Dieses Halsbandgehörte meiner Mutter, Mercedes; es soll vordem das Eigenthumeiner Königin gewesen seyn, obgleich gewiß nie eine Dame eS ge-tragen hat, die ihm so viele Ehre machte, als Du."

Ich will es annehme», Luis, denn es ist Dein Geschenkund ich darf es nicht zurückweisen; aber ich nehme es mit Zittern,denn ich erkenne in diesen Gaben, wie verschieden unsere Charakteresind. Du hast das Prunkvolle und Glänzende gewählt, das mitder Zeit erbleicht und selten zum Frieden führt, während mein weib-liches Herz mich auf das ewig Bestehende hinwies. Ich fürchte, eineglänzende Schönheit des Ostens ist besser geeignet, Deine dauerndeVerehrung zu gewinnen, als ein armes castilianisches Mädchen,welche« außer ihrer Treue und Liebe nur wenig hat, was sie em-pfehlen könnte."

Von Seiten des jungen Mannes folgten neue Bethcuerungenund Mercedes gestattete ihm, ehe sie sich trennten, eine innige undlange Umarmung. Sic weinte an Don Luis Brust, und im letztenAugenblicke des Abschieds siegte, wie es bei Frauen gewöhnlich zugehen pflegt, das Gesühl über die äußeren Förmlichkeiten, und ihreSeele bekannte ihre ganze Schwäche. Endlich riß sich Luis vonihr los und trat noch in dcrselbigcn Nacht unter einem angenom-menen Namen und in einfacher Kleidung den Weg nach der Küstean, wohin ihm Columbus bereits vorangcgangen war.