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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Deinem Helme zu tragen, Luis," sagte sie,sondern ich überreicheDir dieses heilige Symbol, damit es Dich zugleich an das großeZiel, das Du vor Augen hast, und an Diejenige erinnern solle,welche mit nicht geringeren Zweifeln und Befürchtungen, als Colonselbst, des Ausgangs der Dinge harret. Vor diesem Kreuze sollstDu Deine Gebete sprechen. Die Steine sind Saphire, wie Duweißt, Sinnbilder der Treues eines Gefühles, das Du um Deinesdauernden Wohles willen emporheben solltest, und von dem ich gernehörte, daß es lebendig bliebe in Deinem Herze», so oft Du derunwürdigen Geberin dieser Kleinigkeit gedenkst."

Sie sprach dieses halb in einem schwcrmüthigen Tone, halbin dem eines erleichterten Herzens, denn Mercedes fühlte beim Schei-den die Last eines Schmerzes, der ihr schwer zu ertragen wurdeso sehr als die Schwungkraft desselben Gefühles, auf-das sieeben angespielt hatte und das ihr ein Lächeln entrang. IhreWorte trugen den gewinnenden Ausdruck, mit dem Jugend und Zärt-lichkeit ihre innersten Regungen zugestehen, wenn das Herz durch denGedanken an Trennung und Gefahren umstrickt wird. Das Geschenkwar ein kleines kostbares Kreuz aus den genannte» Steinen, dessenWerth durch solche Beweggründe und den Character der Geberin nocherhöht wurde.

Du hast hiebei das Heil meiner Seele im Auge gehabt, Mer-cedes?" sagte Luis lächelnd, indem er das Kleinod wiederholt küßte,und deutest mir dadurch Deinen Entschluß an, daß wir, wenn derHerrscher von Cathay auch die Annahme unseres Glaubens zurückweisensollte, uns doch nicht zu dem seinigen bekehren wollen. Ich fürchte,daß meine Gabe neben einem so köstlichen Geschenke in Deinen Au-gen nur arm und werthlos erscheinen wird."

Ich wünsche nichts, als eine Locke von Deinen Haaren, Luis.Du weißt, daß ich keiner Juwelen bedarf." -

- Treue ist hier im doppelte» Sinne in dem der Glaubenstreue undder treuen Liebe zu nehmen.