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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Nein, Luis! .dieses Gegenmittel, fürchte ich, möchte schwererauf mir lasten, als die Krankheit, die Du heilen willst," erwiedertedas schöne Mädchen lächelnd, indem sie erröthend ihr sprechendesAuge, in welchem eine ganze Welt von Zärtlichkeit lag, auf denJüngling heftete.Wie es die Vorsehung auch fügen mag, mitDir will ich glücklich oder unglücklich seyn. Ach! wie elend wäreich ohne Dich!"

Die Unterhaltung nahm nun jene unznsammenhängende unddoch so verständliche Gestalt an, welche einen Austausch zwischenPersonen characterisirt, die eben so sehr unter dem Einstuffe ihrerGefühle als ihrer Vernunft stehen; sie war so voll von Interesse,Empfindungen und Ereignissen, daß die Gränzen unserer Erzählungfür einen Bericht nicht zureichen. Luis war, wie gewöhnlich, un-stät, eifersüchtig, reuig, leidenschaftlich, voll Betheurungen, in demeinen Augenblicke tausend Nebel sich vormalend und in dem näch-sten in seiner Phantasie ein irdisches Paradies schaffend, währendsich Mercedes schwärmerisch, edel, hingebend jund doch voll hoherGrundsätze, selbstverläugnend und weiblich zart zeigte. Sie er-wiederte die glühenden Betheurungen ihrerS Verehrers mit einerInnigkeit, in der alle andern Rücksichten ihrer Liebe weichen mußten,während sie zugleich mit mädchenhafter Zurückhaltung und mit derganzen Würde ihres Geschlechts den Strom seiner Worte zurück-wies, wenn er die Gränzen der Klugheit und Bescheidenheit über-schreiten wollte.

Die Zusammenkunft dauerte eine Stunde und es bedarf kaumder Erwähnung, daß die Gelübde ewiger Treue und die Betheuerungen,nie eine andere Verbindung eingehen zu wollen, oft und immerwieder ausgetauscht wurden. Als die Zeit der Trennung heran-uahte, öffnete Mercedes ein kleines Kästchen, welches ihren Schmuckenthielt, und nahm daraus ein Kleinod, welches sie ihrem Geliebtenals Pfand ihrer Treue überreichte.

Ich gebe Dir keinen Handschuh, um ihn im Turnier auf