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schwer heimsnchen? Ich hoffte, nun, da Colon im Begriffe ist, seineReise anzutreten, werde Alles um deS edlen gemeinschaftlichen Zieleswillen, das wir im Auge haben, vergessen werden,"
„Luis!" entgegnete die Tante, indem sie ihren Neffen mit derernsten Entschlossenheit betrachtete, welche sie so oft in ihren Hand-lungen sowohl, als in ihren Worten kund gab — „glaubst Du,daß eine bloße Schaustellung Deines Muthes hinreichend seyn wird,meine Einwilligung zu einer Verbindung mit Mercedes zu erhalten,die Wachsamkeit ihrer Freunde einzuschläfern und die Zustimmungihrer Beschützerin zu gewinnen? Wisse, allzu zuversichtlicher Knabe,baß Mercedes de Guzman die Genossin meiner Kindheit und nächstmeiner königlichen Gebieterin meine innigste und theuerste Freundinwar und daß sie das vollste Vertrauen in meine mütterliche Sorgefür ihr Kind setzte. Sie sah lange den Tod vor Augen und dasSchicksal der Waise wurde oft von uns besprochen. Keine vonuns Beiden dachte es sich je als möglich, daß sie die Gattin einesAndern, denn eines christlichen Edeln werden könne, aber es gibt soviele verschiedene Charactere unter derselben Außenseite, daß Namenallein uns nicht täuschen konnten. Ich glaube, die arme Frau dachtemehr an das künftige, zeitliche Glück ihres Kindes, als an ihreSünden und betete öfter für das Wohl des Elfteren, als um Ver-gebung der Letzteren. Du weißt wenig von der Macht der Mutter-liebe, Luis, und kannst alle die Zweifel nicht verstehen, welche dasHerz bestricken, wenn eine Mutter eine so zarte Pflanze, wie Mer-cedes, der kalten Obhut einer selbstsüchtigen und gefühllosen Weltzurücklaffen muß."
„Ich kann mir wohl vorstellen, daß die Mutter meiner Gelieb-ten in den Himmel eingehen durfte, ohne daß es der gewöhnlichenMessen und Paternoster bedurfte; aber haben Tanten nicht eben sogut Rücksichten für ihre Neffen, als Mütter für ihre Kinder?"
„Das Band ist enge und stark, aber es ist doch nicht daselterliche; auch bist Du kein gefühlvolles, edelherziges, schwärmerisches