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11 (1846) Donna Mercedes von Castilien, oder die Entdeckung von Amerika
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Mädchen, voll Vertrauen auf Deine Reinheit, und von jener Liebeüberfließend, welche die Mütter zuletzt zu dem macht, was sie flnd."

Bet St. Jago! bin ich nicht der Mann, um solch ein Wesenglücklich zu machen? Auch ich bin gefühlvoll und bin es inder That nur zu viel für meine Ruhe; auch mein Herz ist treu,was man recht wohl daraus entnehmen kann, daß ich mich nur diesereinzigen Liebe hingebe, während ich doch fünfzig andere Gelegen-heiten haben könnte; und wenn ich auch nicht gerade von dem Ver-trauen auf meine Reinheit übersiieße, so habe ich doch das Ver-trauen der Jugend, der Gesundheit, der Kraft und des Muthes,was für einen Ritter eben so viel bedeuten will. Auch ich besitze jenesUebermaß von Liebe, welches gute Väter bildet, und das ist gewißAlles, was man von einem Manne vernünftigerweise verlangen kann."

Du hältst Dich also trotz Deines unstäten Wesens für würdig,der Gatte von Donna Mercedes de Valverde zu werden?"

Nein, meine Tante, Du fragst wirklich zu viel! Wer kannsich in der That so vieler Vorzüge würdig nennen? Ich bin vielleichtnicht ganz der Mann, um sie zu verdienen, aber dann doch wiedernicht der Mann, um sie nicht zu verdienen. An Adel stehe ich ihrgleich, meine Besitzungen sind nicht viel geringer, das Alter ist paffend,mein Benehmen, wie es einem Ritter ziemt, und zudem liebe ich siemehr als mein eigenes Leben. Ich denke, das Letztere sollte auch füretwas zählen, denn wer aufrichtig liebt, wird sich gewiß auch Mühegeben, de» Gegenstand seiner Zuneigung glücklich zu machen,"

Du bist ein thörichter, unerfahrener Knabe, mit einem treff-lichen Herzen, einem glücklichen, sorglosen Character und einemKopfe, der wohl besserer Gedanken fähig ist, als eben zur Zeit darinHausen," rief die Tante, indem sie dem Einflüsse eines natürlichenGefühls selbst da nachgab, wo sie der Thorheit ihres Neffen zürnteaber höre mich an und denke einmal ernstlich über das nach, wasich Dir sage. Ich habe Dir von Mercedes Mutter, von denZweifel», welche sie auf dem Sterbebette quälten, von ihrer Angst