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Beatriz mit Lächeln — „und möchtest Dir gerne auch Deine Be-dingungen machen, aber Du weißt, Luis, daß Mercedes de Valverdekein Dorfmädchen ist, für das man sich die Sorge leicht macht.Sie stammt aus dem edelsten Blute Spaniens: ihre Mutter wareine Guzman und zahllose Mendoza's gehören zu ihren Verwandten;außerdem ist sie eine der reichsten Erbinnen Castiliens, und eS würdeihrer Vormünderin übel ziemen, wenn sie unter solchen Umständenzu Gunsten eines dieser müßigen Wanderer der Christenheit vonihrer Wachsamkeit abließe, aus dem einfachen Grunde, weil derselbezufällig der Sohn eines theuren Bruders ist."
„Mag Donna Mercedes alles sehn, was Du sagst, Sennora, —und Du hast obendrein das, was ihr die höchsten Ansprüche gibt,nämlich ihr Herz, ihre Schönheit, ihren Sinn für Wahrheit und tausendandere Tugenden nicht einmal berührt — mag sie alles sehn, was Dusagst, Donna Beatriz — ist ein Bobadilla darum, ihrer unwürdig?"
„Wie? wenn sie außerdem noch alles ist, was Du sagst, DonLuis? Das Herz, der Sinn für Wahrheit und die tausend andernTugenden — ich dächte, ein weit kürzeres Verzeichniß könnte einenso unsteten Menschen schon zufrieden stellen: einige von diesen Eigen-schaften möchten sonst auf seinen vielen Reisen verloren gehen."
LniS lachte wider Willen über den gezierten Ernst seiner Tante,und nachdem es ihm gelungen war, eine kleine Empsindlichkeit, dieihre Worte hervorgcrufen hatten, niederzukämpfen, antwortete er inciner Weise, welche den Ruf der Gutmüthigkeit, in welchem erstand, nicht beeinträchtigte:
„Ich kann Dich nicht, wie Ihre Hoheit, ,Tochter Marquisenennen," crwiederte er mit einem einschmeichelnden Lächeln, wie ersein Hingeschiedener Vater anzunehmen Pflegte, wenn er der Schwesterirgend ein Zugeständniß abgewinnen wollte, so daß Beatriz durch dieseÄhnlichkeit auf's innigste bewegt wurde, „aber mit mehr Rechtnenne ich Dich Tante Marquise, und noch obendrein meine gute,liebe Tante. -— Willst Du denn eine kleine Jugendlhorheit soDonna Mercedes. 2te Ausl. 12